Göppingen Stadt will Hilfe anbieten

Im Haus Lauchheimer begann und endete die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Jebenhausen: Ein Verein, der bereits mehr als 40 Mitglieder hat, will das Gebäude kaufen und für die Nachwelt erhalten. Foto: Giacinto Carlucci
Im Haus Lauchheimer begann und endete die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Jebenhausen: Ein Verein, der bereits mehr als 40 Mitglieder hat, will das Gebäude kaufen und für die Nachwelt erhalten. Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / HELGE THIELE 27.04.2013
Die Stadt Göppingen will dem Verein Haus Lauchheimer helfen, das frühere jüdische Wohnhaus in Jebenhausen zu kaufen und zu erhalten. Im Rathaus will man dazu jetzt konkrete Vorschläge ausarbeiten.

Mucksmäuschenstill war es im Großen Sitzungssaal des Göppinger Rathauses, als am Donnerstagabend der Verein "Haus Lauchheimer - Erhalt und Förderung des jüdischen Kulturerbes Jebenhausen" sein Ziel vorstellte, das Gebäude Lauchheimer am Vorderen Berg zu erwerben und in einen pädagogischen Erlebnisweg zur jüdischen Geschichte einzubinden.

Gebannt lauschten die Mitglieder des Kulturausschusses des Gemeinderats den Ausführungen von Brigitte Turnacker. Die evangelische Pfarrerin in Jebenhausen ist Vorsitzende des Vereins. Turnacker machte einmal mehr deutlich, dass der Verein auf die Hilfe der Stadt angewiesen sei, um das Haus Lauchheimer, das sich derzeit in Privatbesitz befindet, zu kaufen. Der Kaufpreis beträgt 65 000 Euro. Nach den Worten des vom Verein beauftragten Architekten Andreas Blum würden anschließend rund 700 000 Euro für eine Sanierung des rund 200 Jahre alten Gebäudes benötigt.

Zwar wurde in der öffentlichen Ausschusssitzung erneut deutlich, dass die Stadt nicht als Käufer des Hauses auftreten wird, dennoch kommt Bewegung in das Thema. So kündigte Bürgermeisterin Gabriele Zull an, die Stadtverwaltung werde in Zusammenarbeit mit dem Verein konkrete Ideen und Vorschläge erarbeiten, wie die Kommune beim Erwerb behilflich sein könnte - sei es durch die Einschaltung der städtischen Wohnbau GmbH oder durch eine Begleitung des Vereins bei Gesprächen mit möglichen Sponsoren. In Kürze soll die mögliche Vorgehensweise im Kulturausschuss - und anschließend im Gemeinderat - vorgestellt werden. Für den Verein Haus Lauchheimer und die meisten Stadträte war dies ein wichtiges politisches Signal. Jan Tielesch (CDU) regte eine groß angelegte Spendenaktion an, um den Kauf zu verwirklichen. Der Verein selbst hat bereits 7000 Euro gesammelt. Eva Epple (Grüne) appellierte an Gemeinderat und Stadtverwaltung, "diese große Chance in Jebenhausen nicht zu vertun". Im Haus Lauchheimer sei die komplette jüdische Geschichte der Stadt "ablesbar".