Parkhaus Stadt Göppingen will Umgebung der Stadthalle aufwerten

Göppingen / ARND WOLETZ 27.07.2015
Auch ohne Hotel-Investor will die Stadt Göppingen jetzt das Umfeld der Stadthalle aufwerten - unter anderem mit einem 14 Meter hohen Parkhaus. Über den Standort gibt es allerdings noch Diskussionsbedarf.

Die Hotel-Pläne an der Stadthalle sind endgültig gescheitert. Das machte Oberbürgermeister Guido Till jetzt im Gemeinderat deutlich. Es habe zwar einen bauwilligen Investor für ein Viersterne-Haus gegeben, mit dem die Stadt auch etliche Gespräche geführt habe. Doch dessen Engagement in Hotel samt großzügiger Tiefgarage hätte auch für die Stadt eine hohe finanzielle Belastung bedeutet. Die Kommune hätte sich mit einem sechsstelligen Betrag am Defizit beteiligen sollen, schilderte Till im Gemeinderat. Das habe er nicht für vertretbar gehalten, erklärte der Oberbürgermeister, bevor er die Lokalpolitiker in die Sommerpause verabschiedete.

In den Ferien haben die Stadträte nun Zeit, darüber nachzudenken, was sie von den neuen Plänen der Verwaltung halten: Die Stadt will im Alleingang das Umfeld der ab 1953 erbauten Stadthalle weiter aufwerten. Der enorme Parkplatzmangel rund um die Halle soll beseitigt werden, sagte Baubürgermeister Helmut Renftle - auch im Interesse der Anwohner.

Weil neue Stellplätze allerdings nur zu bestimmten Zeiten ausgelastet sein werden, muss alles deutlich günstiger werden. Statt einer Tiefgarage schwebt der Rathausspitze nun ein bis zu 14 Meter hohes Parkhaus direkt gegenüber der Stadthalle vor - zu einem Drittel der Baukosten einer Tiefgarage. Das Parkhaus soll 140 Autos Raum bieten. Mehr Platz gibt es nicht, weil das Nachbargrundstück an einen Privatmann verkauft wurde.

Den möglichen Parkhaus-Bauplatz wollen die Stadträte noch einmal prüfen lassen. Christian Stähle (Linke) regte an, das Parkhaus könne auf der anderen Seite der Stadthalle an der Ecke Östliche Ringstraße/Lutherstraße gebaut werden. Die Verwaltung dürfe sich nicht vorschnell auf das "Sahnestück" am Haupteingang festlegen. Auch andere Stadträte befürworteten den Vorschlag, zumindest auch die Standortalternative am Bühneneingang zu prüfen. Umgebaut werden soll auf jeden Fall die völlig desolate Blumenstraße direkt vor dem Haupteingang der Stadthalle.

Damit sich ein Platz ergibt, der Göppingens Guter Stube gerecht wird, sollen hier künftig keine Autos mehr fahren oder parken. Statt dessen soll der Österbach aus seiner Verdolung geholt werden und künftig in einer Betonrinne über den Vorplatz fließen. Verbessert werden soll auch die Verkehrssituation am nahen Theodor-Heuss-Platz - eventuell mit einem Kreisverkehr. Dort seien jedoch auch "harmlosere Lösungen" denkbar, sagte der Baubürgermeister. Überhaupt seien die Vorschläge nur ein Sachstandsbericht: "Wir stehen ganz am Anfang."

Für die SPD-Fraktion forderte Stadtrat Klaus Wiesenborn, an den Überlegungen dran zu bleiben. Auch Jan Tielesch (CDU) unterstützte die Stadt darin, dass die leidige Hoteldebatte nun ad acta gelegt werde. Da eine Tiefgarage schlichtweg nicht finanzierbar sei, müsse sich die Stadt davon eben verabschieden.

Was sonst noch läuft

Park: In den Stadthallenpark hat die Stadt schon einiges investiert: in Beleuchtung, Pergola, Spielgeräte, Brunnen und entlang der Lutherstraße in die Baumstandorte.

Platz der Vielfalt: Der Umbau des nahe gelegenen Skaterplatzes zum "Platz der Vielfalt" steht nach einigen Verzögerungen kurz bevor.

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