Göppingen Spielwaren Elser gibt auf

Thomas Elser (rechts) und sein Bruder Mathias hören auf. Enorme Umsatzrückgänge durch das Internet, aber auch zahlreiche Baustellen in der Stadt seien die Gründe für die Schließung
Thomas Elser (rechts) und sein Bruder Mathias hören auf. Enorme Umsatzrückgänge durch das Internet, aber auch zahlreiche Baustellen in der Stadt seien die Gründe für die Schließung © Foto: Haas
Göppingen / Von Margit Haas 24.07.2018
Nach mehr als drei Jahrzehnten ist Schluss: Heute schließt mit Spielwaren Elser ein weiteres inhabergeführtes Göppinger Fachgeschäft.

Im Jahr 2016 war die Bleichstraße ein guter Standort. Im vergangenen Jahr dann haben die Umsätze dramatisch nachgelassen, und seit diesem Jahr sind sie noch einmal um die Hälfte zurückgegangen“, stellt Thomas Elser fest. Gemeinsam mit seinem Bruder Mathias hat er 1983 den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und das damalige Spielwarenhaus Fässler bei der Stadtbibliothek übernommen. Später zog das Geschäft um in die Geislinger Straße in das freigewordene Spielwarengeschäft Reik.

Stammkunden schauen vorbei

Als klar wurde, dass das Haus abgerissen wird, fanden die beiden Einzelhändler in der Bleichstraße ein großzügiges und ebenerdig zugängliches Ladengeschäft. Dem jetzt freilich die Kunden fernbleiben und deshalb ziehen die Brüder die Reißleine: Nur noch heute können die verbliebenen Spielwaren und Modelleisenbahnen mit allem Zubehör „zum halben Preis“ erstanden werden. Die Regale sind schon arg ausgesucht. Viele der bisherigen Stammkunden schauen noch einmal ganz genau in die Regale und Schachteln auf der Suche nach Schnäppchen. Auch die Ladeneinrichtung kann gekauft werden.

Gründe für den einschneidenden Rückgang des Umsatzes sieht Thomas Elser mehrere. „Wir sind durch das Internet schwer gebeutelt.“ Das alleine wäre es aber nicht gewesen. „Die zahlreichen Baustellen und vor allem der Wegfall der vielen Parkplätze in den Parkhäusern Mörike- und Friedrichstraße macht uns wie allen Einzelhändlern zu schaffen. Wir leiden darunter sehr.“ Tatsächlich hat ein benachbartes Modegeschäft ebenfalls bereits geschlossen. Dem 61-Jährigen ist unverständlich, dass die vielen Bauprojekte nicht besser aufeinander abgestimmt worden sind. „Uns bleibt nichts Anderes übrig, als aufzuhören“, sagt er. Denn eine schnelle Besserung sei nicht in Sicht. Elser freut sich, dass seine beiden Mitarbeitenden bereits neue Arbeitsstellen gefunden haben. Der Blick von Thomas und Mathias Elser in die Zukunft ist trotz der Schließung gleichwohl optimistisch. „Wir wickeln jetzt den Laden ab und haben dann den Kopf frei für Neues“, so Mathias Elser. „Ich werde nicht verschwinden. Man wird von mir hören“, betont Thomas Elser lachend.

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