Wahl Spannung vor der Wahl der Sozialbürgermeisterin

Göppingen / ARND WOLETZ 24.01.2017

Eines ist sicher: Es wird wieder eine Frau sein, die auf dem Sessel der Sozialbürgermeisterin Platz nehmen wird. Denn alle drei verbliebenen Kandidaten aus dem ursprünglich 25-köpfigen Bewerberfeld sind weiblich. Doch damit hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Denn jede der Kandidatinnen wird von unterschiedlichen politischen Lagern in dem 41-köpfigen Gremium unterstützt. Der mit harten Bandagen geführte Kampf um das politische Gewicht des Postens, hat offenbar auch Spuren hinterlassen.

Bettina Wilhelm, die Sozialbürgermeisterin von Schwäbisch Hall, hatte von vornherein erklärt, dass sie nur dann antreten werde, wenn die Stelle wieder die Funktion der Ersten Bürgermeisterin und OB-Stellvertreterin umfasse. Oberbürgermeister Guido Till (CDU) hatte jedoch vorgeschlagen, den Baubürgermeister zu seinem Stellvertreter zu machen und erfolglos versucht, den Posten auch um das Rechtsreferat zu beschneiden. Mehrere Gemeinderäte vermuteten prompt, Till wolle lediglich die SPD-Frau Wilhelm verhindern.

Die hat es nun in die Endauswahl geschafft. Dort allerdings könnte die Luft dünn werden. Zwar stehe die achtköpfige SPD-Fraktion „zu 100 Prozent“ geschlossen hinter Wilhelm, wie Fraktionschef Armin Roos sagte. Er sei auch sicher, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen die richtige Kandidatin für Göppingen sei und es in den zweiten Wahlgang schaffen werde, wo dann „eine ganz neue Situation“ eintrete.

Die Grünen und die FDP/FW signalisieren aber ebenso große Geschlossenheit für ihre jeweilige Kandidatin Ulrike Haas (Grüne) und Almut Cobet (von der FDP/FW unterstützt). Eine entscheidende Rolle spielt die CDU, größte Fraktion im Gremium. Die Christdemokraten haben nach der nichtöffentlichen Runde nur noch Ulrike Haas und Almut Cobet erneut in die Fraktion eingeladen, nicht aber Bettina Wilhelm. „Das muss die CDU mit sich selber ausmachen“, kommentiert SPD-Sprecher  Roos. CDU-Fraktionschef Felix Gerber betont indes, dass es bei der CDU keinen Fraktionszwang gebe. Man strebe aber möglichst große Geschlossenheit an: „Wenn wir geschlossen für eine Person stimmen, dann ist sie mit Sicherheit im zweiten Wahlgang“.

Über die von den Grünen mit sieben Stadträten unterstützte Leiterin des Referats für Kinder und  Jugend, Ulrike Haas (51), sagte Fraktionschef Christoph Weber: „Ihre Chance wird darin liegen, dass die Gemeinderäte sie und ihre erfolgreiche Arbeit kennen und  sie wahrnehmen als jemanden, der für alle da ist“. Ulrike Haas sei angesehen für ihre Fachkompetenz und ihre emotionale Fähigkeit, andere mitzunehmen. Für die zweite, diesmal öffentliche Vorstellungsrunde gehe er davon aus, dass Ulrike Haas auch darlegen wird, „wofür sie in der Zukunft steht.“

Ebenso überzeugt ist die FDP/FW-Fraktion von Almut Cobet. FDP/FW-Stadträtin Susanne Weiß betonte, die Fraktion stehe „Ohne Wenn und Aber“ hinter Cobet, die den Fachbereich Kultur, Soziales und Bildung in Kirchheim leitet. Die 43-Jährige habe eine sehr gute Vorstellung abgegeben und sei fachlich kompetent. In der nichtöffentlichen Vorstellungsrunde war offenbar Thema, dass sie angab, auch im Falle einer Wahl mit ihrer Familie in Botnang wohnen bleiben zu wollen. Das will Susanne Weiß zwar nicht bestätigen, sagt aber, was Männern zugestanden werde, müsse auch für Frauen gelten.

Wie es kam, dass nur noch Frauen im Rennen sind, obwohl ursprünglich auch drei Männer in die engere Wahl kamen, ist ein offenes Geheimnis: Einer wurde rausgewählt. Weil die beiden anderen in den Augen der Stadträte kaum Chancen auf eine Mehrheit hatten, wurde ihnen signalisiert, doch lieber den Verzicht zu erklären, was sie prompt taten.

So wird die Sozialbürgermeisterin gewählt

Vorstellung: Die erneute Vorstellungsrunde der drei Kandidaten findet am Donnerstag, 26. Januar, ab 16.30 Uhr in öffentlicher Sitzung im Rathaus statt.

Wahl: Die Wahl ist geheim. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der Stimmen der anwesenden Stimmberechtigten erhalten hat, sonst findet zwischen den beiden Bewerbern mit den meisten Stimmen eine Stichwahl statt, bei der die einfache Mehrheit genügt. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.

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