Erschüttert über das Ergebnis der Präsidentenwahl in den USA zeigt sich der Inhaber der Uhinger Allgaier Werke und frühere Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt: „Ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht.“ Hundt befürchtet durch Donald Trumps Wahl negative Auswirkungen auf den Welthandel und damit auch auf Deutschland als wichtigsten Exportpartner der USA. Der Zugang zu den Vereinigten Staaten könnte erschwert werden. Der Unternehmer hält ein Zustandekommen des Freihandelsabkommens TTIP jetzt für unwahrscheinlich. Gefährlich sei die Wahl für die Europäische Union  und die gesamte westliche Welt. Hundt: „Das ist Wasser auf die Mühlen der Populisten in Deutschland und in ganz Europa.“  Die EU müsse nun alles daran setzen, die negativen Auswirkungen in Grenzen zu halten.

Wolf Ulrich Martin, Präsident der Göppinger Industrie- und Handelskammer (IHK) hofft, dass auch unter Trump „unsere Unternehmen ihre transatlantischen Geschäfte so wie bisher auf der Basis von Vertrauen und Partnerschaft fortsetzen können“. Martin: „Von einem freien Handel profitieren wir letztlich alle.“ Der Bundestagsabgeordnete Hermann Färber (CDU) aus Böhmenkirch ist „besorgt“ über das Wahlergebnis in den USA.  Der Politiker sagt aber auch: „Donald Trump ist in einer demokratischen Wahl zum US-Präsidenten gewählt worden. Dieses Ergebnis ist uneingeschränkt zu akzeptieren.“ Was den Christdemokraten beunruhigt, ist die Tatsache, dass Trumps sehr aggressiver Wahlkampf zu einer Enthemmung und Verrohung der politischen Debatte geführt habe, was wahrscheinlich auch in Deutschland Folgen haben werde.

Europa sollte den Wahlausgang als Weckruf verstehen, sich noch mehr für die gemeinsamen Werte, für Menschlichkeit und ein friedliches Europa einzusetzen, meint die Göppinger Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens (SPD). „Mich wühlt auf, dass es möglich ist, mit solch populistischen, hasserfüllten, frauenfeindlichen und übersteigert patriotischen Äußerungen das mächtigste Präsidentenamt der Welt erobern zu können.“ Baehrens fragt sich, „was die Wahl für den Frieden, für die weltweite Stabilität und für unsere Zusammenarbeit mit den USA bedeuten wird.“ In Deutschland müsse man die Lehren daraus ziehen und sich sehr kritisch und aktiv mit allen auseinandersetzen, die Ressentiments verbreiten, Hass schüren und Ängste befeuern.

Der Göppinger Landtagsabgeordnete Alexander Maier (Grüne) sieht die Notwendigkeit, „den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu stärken, indem wir die soziale Gerechtigkeit in den Fokus rücken. Wir müssen Menschen, die sich abgehängt fühlen, wieder einbinden“. Dem amerikanischen Volk wünscht Maier, „die Wahl nicht zu sehr bereuen zu müssen“. Der frühere Bundestagsabgeordnete Werner Simmling (FDP) aus Hohenstadt plädiert dafür, „nicht gleich den Teufel an die Wand zu malen“. Es sei in Amerika doch einiges schief gelaufen und die Nation tiefer gespalten, als man es in Deutschland je geglaubt hätte. „Nun ist es aber so“, stellt Simmling ernüchtert fest. „Geben wir Trump eine Chance, schließlich wurde er mit großem Vorsprung gewählt.“

Der Göppinger Oberbürgermeister  Guido Till hofft, „dass sich die vielfältigen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika und die Weltlage nicht verschlechtern, weil wir als Stadt von den wirtschaftlichen Beziehungen unserer exportorientierten örtlichen Unternehmen profitieren“.

Der Kreisverband der Partei Die Linke macht ein weltweites Versagen der Polit-Elite für die Entwicklung in den USA verantwortlich. Dies habe „zum Erstarken gefährlicher, rechtsradikaler, rechtspopulistischer, nationalistischer, faschistischer und menschenverachtender Kräfte geführt“ – mit der Gefahr eines Dominoeffekts in Europa.

Die Deutsch-Amerikanerin Gabi Glang aus dem Geislinger Teilort Türkheim sagte trotzig: „Ich trage heute schwarz.“ Die Künstlerin, die in den USA aufgewachsen ist, kündigte an: „Ich werde in die Kirche gehen und für den sozialen Frieden in Amerika beten.“

Filstalwelle Reaktionen auf US-Wahl