Faurndau Langer Weg zum neuen Fußgänger-Tunnel

Die Unterführung ist nur 1,5 Meter breit und knapp zwei Meter hoch, außerdem ist sie nicht barrierefrei. Die neue Variante wird geräumiger und soll mit Treppen und Rampen ausgestattet sein.
Die Unterführung ist nur 1,5 Meter breit und knapp zwei Meter hoch, außerdem ist sie nicht barrierefrei. Die neue Variante wird geräumiger und soll mit Treppen und Rampen ausgestattet sein. © Foto: Staufenpress
Faurndau / Peter Buyer 13.02.2018
Schon länger ist der Aus- , Um- oder Neubau der Bahn-Unterführung in Faurndau Thema. Jetzt plant die Stadt eine neue Unterführung. Sechs Varianten wurden durchgespielt.

Er ist schmal und unscheinbar, die Einstiege leicht zu übersehen. Und doch ist er für die Menschen rechts und links der Bahnlinie sehr wichtig. Der Durchlass unter den Gleisen in Faurndau, der die Filsstraße im Süden mit der Stuttgarter Straße nördlich der Bahnlinie verbindet und den Fußgängern den Umweg über die Bahnbrücke erspart.

Seit zwei Jahren wird über einen Um-, Aus-, oder Neubau diskutiert, am Eingang an der Stuttgarter Straße hängt noch das Hinweisschild für eine Demonstration besorgter Bürger vom September 2016. Sechs Varianten haben die Planer im Rathaus jetzt durchgespielt.

Von einer Aufwertung der bestehenden Unterführung von der Fils- zur Stuttgarter Straße durch neue Treppenanlagen über einen kompletten Neubau, einer Überführung samt Aufzug bis hin zu einer neuen Rampe auf die neue ­Brücke der B 297, die demnächst die alte ­­Überführung ersetzen soll, waren diverse Varianten im Gespräch.

Die „Variante 1.1“ ist nach Ansicht der Planer die aussichtsreichste, der Gemeinderat nahm das zur Kenntnis, die Stadt plant auf Grundlage der Variante 1.1 weiter. Variante 1.1 heißt: Eine neue Unterführung im Bereich des heutigen Durchlasses, mit beidseitigen Treppen und Rampen. Die Rampen und Treppen sollen parallel zur Fils- und Stuttgarter Straße herunter in den Durchlass führen und die jetzigen, direkt in den Tunnel führenden Treppen ersetzen. Rampen, auf denen Kinderwagen, Fahrräder, Rollstühle oder Rollatoren nach unten und oben geschoben werden können, gibt es an dem betagten Bauwerk bisher nicht. Der Tunnel ist bisher 1,94 bis 2,10 Meter hoch. Die neue Variante soll mit 2,5 bis 3 Meter deutlich an Höhe gewinnen. Auch bei der Breite verändert sich etwas: Statt wie bisher 1,5 Meter breit, wird die neue Unterführung laut der neuen Planung 3 bis 4,5 Meter breit sein.

„Die Kosten bewegen sich im siebenstelligen Bereich“, heißt es in der Darstellung der Stadt noch vage, es seien umfangreiche Leitungsverlegungen sowie eine entsprechende Gestattung der Deutschen Bahn erforderlich. Die Abstimmung mit der Bahn ist wichtig, denn die Deutsche Bahn AG ist Eigentürmer des Tunnels. Gegen einen Aus- und Umbau wie in Variante 1.1 angedacht hat sie grundsätzlich nichts einzuwenden, allerdings wird sie sich nicht an den Kosten beteiligen, dafür muss die Stadt aufkommen.

Dem Göppinger Gemeinderat ist das Problem schon lange bekannt, bereits im Zuge der Haushaltsplanungen im Jahr 2017 stellten die CDU und SPD-Fraktionen den Antrag, Planungsmittel für die notwendige Verbesserung des Durchlasses einzustellen, was in einer Höhe von 40.000 Euro auch erfolgte.

Bis die Stadt die Notwendigkeit erkannt hat, etwas zu tun, habe es allerdings etwas gedauert, sagt Bezirksbeirat Herbert Schweikardt (SPD). „Es ist aber sehr gut, dass jetzt etwas passiert“, immerhin habe der Faurndauer Bezirksbeirat das Ganze „angezettelt“. Die Stadt habe das Problem lange schleifen lassen und erst durch die Hartnäckigkeit des Bezirksbeirats sei Bewegung in die Sache gekommen.

Die Variante 1.1 sei die praktikabelste Lösung, von den anderen Versionen hält Herbert Schweikardt nicht viel. Wichtig sei, das Ganze zusammen mit dem Neubau der Straßenbrücke über die B 297 in Angriff zu nehmen. Trotz aller Freude bleibt Schweikardt realistisch: „Wer weiß, ob es jemals kommt.“ Dauern wird es auf alle Fälle noch, die Stadt Göppingen rechnet in ihrer Darstellung des Projektes mit einem „Zeithorizont“ von fünf Jahren – mindestens.

Der schmale Tunnel wurde in den Zwanzigern gebaut

Tunnel: Die Unterführung wurde in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut, als unterirdische Querung für Bahnmitarbeiter. 1927 gestattete die Bahn – damals noch die Deutsche Reichsbahn - auch der Öffentlichkeit die Nutzung, dies gilt bis heute. Der Tunnel ist nur rund 1,5 Meter breit und 1,95 Meter hoch. Größere Menschen müssen aufpassen, wenn sei in den Keller unter die Gleise steigen. Besonders von der Filstalstraße führen die neun Stufen steil hinab, große Menschen müssen am Ende der Treppe ihren Kopf an der Deckenkante aus Beton vorbeibugsieren. Für Radfahrer kommt der Tunnel ohnehin nicht in Frage, dann müsste er rund 2,50 Meter hoch sein. Nur wer sein Rad trägt und schiebt, kommt durch.