Natur Schutz für Jungtiere im Frühsommer

Göppingen / SWP 10.07.2018
Im Frühsommer ist die Natur voller Jungtiere. Diese brauchen besonderen Schutz, unterstreicht der Naturschutzbund.

Brütende Vögel, Rehkitze, kleine Hasen: Im Frühsommer ist die Natur voller Jungtiere. „Diese brauchen unseren besonderen Schutz“, betont Wolfgang Rapp, Vorsitzender des Naturschutzbunds Gruppe Göppingen und Umgebung. Unter anderem stellten freilaufende Hunde eine große Gefahr zum Beispiel für junge Feldhasen und bodenbrütende Vögel dar. „Während einer  Vogelexkursion des Nabu beobachteten wir kürzlich einen Feldhasen auf der Flur“, berichtet Rapp. „Plötzlich kamen zwei Frauen mit mehreren freilaufenden Hunden aus dem Wald. Es war eine exemplarische Situation für den ungeheuren Freizeitdruck, der auf unserer Natur lastet“, unterstreicht der Nabu-Vorsitzende.

Selbst im Naturschutzgebiet „Spielburg“ am Hohenstaufen werde der Leinenzwang zunehmend nicht beachtet und mit freilaufenden Hunden auch abseits der Wege über Wiesen und an Hecken entlang gegangen. Auch Flächen, die dem Nabu gehören und auf denen Schutz für Feldhasen und bodenbrütende Vögel beabsichtigt sei, werden nicht verschont, ärgert sich der Naturschützer. „Dadurch kommt es zu einer völligen Entwertung dieser Gebiete für den Naturschutz.“

Eine neue Form der Beeinträchtigung der Vögel, die in Hecken brüten, sei durch  Drohnen hinzugekommen. „Dieses schöne Spielzeug gehört nicht in ein Naturschutzgebiet oder an einen Heckengürtel. Wenn ein solches Flugobjekt nahe bei oder über der Hecke fliegt, verlassen die brütenden Vögel fluchtartig ihr Nest und bringen sich in Sicherheit“, schildert Wolfgang Rapp die Folgen. Wenn die Gefahr zu lange anhält, sind die Eier erkaltet und die Brut ist  verloren. „Spricht man als Naturschutzwart die Flugpioniere darauf an, bekommt man nicht selten zur Antwort: ,Die Vögel sollen halt irgendwo anders brüten, man wird doch die Natur auch noch nutzen dürfen.’“

Die gleiche Reaktion erhielt der Vorsitzende von einem Mountainbiker, der im Naturschutzgebiet  „Spielburg“ zum Gipfelkreuz hoch- und dann über die Trockenrasen Richtung Hohrein wieder hinunterfuhr. Als Rapp ihn darauf aufmerksam machte, dass er den wertvollen Trockenrasen mit vielen seltenen Blumen zerstört, habe er gesagt: „Wozu ist denn hier die schöne Natur, wenn man sie nicht nutzen darf?“

Ein aktuelles, jährlich wiederkehrendes Problem sind Jungvögel, die scheinbar verlassen irgendwo auf dem Boden sitzen. „Es ist ein sehr positives Zeichen, dass sich so viele Leute um kleine Vögel kümmern“, sagt Rapp. Oft aber seien sie gar nicht verlassen und die Vogeleltern befinden sich noch in der Nähe. Da diese sich hundertmal besser um die jungen Vögel kümmern können als wir Menschen, sollte man immer zuerst ausloten, ob sie nicht vielleicht doch noch aktiv sind, lautet der Rat des Nabu-Vorsitzenden. Oft helfe es, die Jungvögel etwas erhöht zu setzten und weg von der Straße zu bringen.

Rapp richtet einen Appell an die Göppinger: „Es wäre schon sehr hilfreich für die Natur, wenn die Bürgerinnen und Bürger etwas couragierter zum Beispiel auf Hundehalter oder Mountainbiker zugehen und sie auf Verstöße gegen die Naturschutzgesetze ansprechen würden.“

Auskünfte über Jungvögel

Kontakt: Es gibt im Kreis Göppingen Nabu-Gruppen in Geislingen und Umgebung, Süßen und Umgebung, Göppingen und Umgebung, Bad Boll, Hattenhofen und Rechberghausen und Umgebung. Über die jeweilige Homepage erhält man Kontaktdaten und Auskünfte über Jungvögel. Für Greifvögel gibt es eine Naturschutzbund-Vogelpflegestation in Lonsee: Georg Weber, Tel. (07336) 6258.

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