Göppingen Skilehrer für viele Göppinger

In den 60er Jahren mussten die Mitglieder der Sektion Hohenstaufen ihre Abfahrtspiste beim Hochsteigen der Hänge noch selbst stampfen. Foto: SAG
In den 60er Jahren mussten die Mitglieder der Sektion Hohenstaufen ihre Abfahrtspiste beim Hochsteigen der Hänge noch selbst stampfen. Foto: SAG
Göppingen / HARALD BETZ 26.09.2013
Die Schneeschuh-Abteilung Göppingen (SAG) der Alpenvereinssektion Hohenstaufen ist 100 Jahre alt. Eine Ausstellung und ein Buch verschaffen Einblicke, morgen findet im Göppinger Rathaus der Festakt statt.

47 Jahre, bis 2012, leitete Rudolf Bühler die DSV-Skischule der Schneeschuh-Abteilung (SAG) der Göppinger Alpenvereins-Sektion, über 20 000 Teilnehmer, so hat er gezählt, wurden in dieser Zeit meist an den Hängen der Schwäbischen Alb, des Allgäus und im Tannheimer Tal unterrichtet. Bis zu zwölf Busse mit 600 Schülern fuhren am jährlichen Göppinger Jugendskitag in die Berge, kann Peter Bruckmüller aus seiner Zeit als SAG-Vorsitzender Anfang der 1980er-Jahre berichten.

An solche Zahlen war 1913 bei der Gründung der SAG unter dem Dach der Göppinger Alpenvereins-Sektion nicht zu denken. Erster Anlaufpunkt für die Mitglieder war die auf privater Basis erbaute Tannhütte auf dem Kalten Feld. Die Vereinssatzung stellte klar: "Die Schneeschuh-Abteilung hat den Zweck, den Schneeschuhlauf zu verbreiten und seine Ausübung in den heimatlichen Bergen und in den Alpen zu fördern." Prompt fand 1919 mit 20 Teilnehmern die erste Ausfahrt ins Kleine Walsertal statt. Im Juli 1926 wurde dann die Kreuzberghütte nahe Degenfeld eingeweiht. Nach Stützpunkten in Hindelang und in Zöblen entwickelte sich ab 1962 das Haldenseehaus in Nesselwängle im Tannheimer Tal, damals für 40 000 DM erworben, zum vereinseigenen Treffpunkt für die Wintersportler der heute 4500 Mitglieder starken Sektion. Damals mussten die Mitglieder ihre Abfahrtspiste beim Hochsteigen der Hänge noch selbst stampfen und konnten von Skiliften nur träumen.

In den dort veranstalteten Kursen erlernten auch die späteren Rennläufer der SAG ihr Können. Peter Bruckmüller junior, das Brüderpaar Cornelius und Timo Dalm sowie jüngst Bianca Kühn wurden somit zu Aushängeschildern des Vereins. Die 19-jährige Kühn besucht aktuell das Skigymnasium in Berchtesgaden und kann sich über die Berufung in den D/C-Kader des Deutschen Skiverbandes freuen. "Die Aufnahme in die deutsche Skinationalmannschaft im SAG-Jubiläumsjahr war für mich der größte Erfolg", verrät die ehrgeizige Göppingerin im gerade fertig gestellten Buch zum 100-jährigen Jubiläum der Schneeschuh-Abteilung, das nicht nur die nackten Zahlen zur SAG-Geschichte bietet, sondern durch die Schilderung von Zeitzeugen auch mit mancher Anekdote aufwarten kann.

So wagten sich die Wintersportler auch schon an Kajak-Wildwasserfahrten, an Tennisturniere oder Inliner-Wettbewerbe, spurten Langlaufloipen im Stauferwald, bieten nach wie vor Skigymnastik, Nordic-Walking und Schneeschuhwanderungen an und präsentieren alljährlich ein großes Programm an Ausfahrten und Kursen auch für Skitourengänger und Snowboarder. Ein Höhepunkt im Veranstaltungsprogramm ist zudem der 1982 erstmals veranstaltete Skibasar.

"Wir wollten einerseits unsere Geschichte darstellen, aber auch zeigen, wer wir sind und was wir heute machen", erklärt Werner Lutz, seit 1997 Vorsitzender der SAG, zur Festschrift, die morgen ab 19 Uhr im Rahmen des Festaktes "100 Jahre SAG" im Foyer des Göppinger Rathauses ebenso präsentiert wird wie eine Ausstellung, die während der Rathaus-Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

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