Sinkender Blutdruck und das Wechselspiel von Melatonin und Serotonin

SWP 22.03.2013

Was genau löst Frühjahrsmüdigkeit aus? "Grund dafür ist nach den neuesten Erkenntnissen der Schlafforscher der Wechsel von kühleren zu wärmeren Temperaturen", erklärt Sabine Spiess. Die Diätassistentin der AOK hat sich selbst intensiv mit dem Phänomen befasst: "Im Winter hat der Körper eine niedrigere Kerntemperatur als im Sommer, dadurch wird der Stoffwechsel verlangsamt. Im Frühjahr muss sich der Organismus wieder einer veränderten Situation anpassen." Die Blutgefäße weiten sich - mit der Folge, dass der Blutdruck zunächst sinkt, "wir fühlen uns müde", sagt Spiess.

Hinzu kommt, dass der Körper seinen Hormonspiegel neu justieren muss. Maßgeblich für die Frühjahrsmüdigkeit ist das Wechselspiel von Melatonin und Serotonin. Melatonin ist als Schlafhormon bekannt, Serotonin als Gute-Laune-Hormon. "In den dunklen Wintermonaten produziert der Körper kaum Serotonin, da er dafür Sonnenlicht benötigt", erklärt Spiess, "gleichzeitig ist der Melatoninspiegel hoch." Die Übergangszeit im Frühjahr mit dem Wechsel von kurzen Tagen mit langen Schlafphasen zu langen Tagen mit kurzen Schlafphasen ermattet den Körper also zunächst ebenfalls.