Göppingen Serie: Geschichten aus der Göppinger Hauptstraße

Ein modernes Mehrzweckgebäude steht heute dort, wo einst Zeug- und Tuchmacher residierten. Foto: Margit Haas
Ein modernes Mehrzweckgebäude steht heute dort, wo einst Zeug- und Tuchmacher residierten. Foto: Margit Haas
Göppingen / MARGIT HAAS 23.04.2013
Die Göppinger Hauptstraße hat im Laufe der Zeit immer wieder ihr Gesicht verändert. Die NWZ will in einer Serie Geschehen und Gebäude der Straße und ihre wechselvolle Geschichte vorstellen.

Nichts erinnert heute mehr am westlichen Ende der Hauptstraße daran, dass hier einmal Zeug- und Tuchmacher, aber auch ein Schuster ihr Handwerk betrieben hatten und in den 20er Jahren hier eine Stahlwarenhandlung zu finden war. Ein modernes Mehrzweckgebäude für Büros und Praxen und eine Apotheke ist anstelle des ehemaligen Gebäudes Hauptstraße 50 Anfang der 80er Jahre gebaut worden. Es war eine Investorengruppe um einige Ärzte, die in das Ärztehaus investiert hatten. Damals zog ein Kinderarzt ein, es wurden eine gynäkologische Gemeinschaftspraxis sowie eine chirurgische Praxis eröffnet. Im Neubau fand auch wieder die Schiller-Apotheke Platz, die schon zuvor hier zu finden gewesen war.

Als im November 1982 mit den Bauarbeiten begonnen worden war, gab es eine Überraschung: es kam ein zweigeschossiger Keller ans Tageslicht, der wohl als Eiskeller von der benachbarten Brauerei Krone genutzt worden war.

Die Überraschung führte nicht nur zu Mehrkosten. Sie führte auch dazu, dass ein weiteres Tiefgaragengeschoss gebaut wurde. Der Architekt, der mit der Planung beauftragt war, hatte Wert darauf gelegt, dass sich das Bauwerk in das städtebauliche Umfeld einfügt und hatte ein Satteldach mit Dachgauben geplant. Über ein Detail seiner Pla-nung war Gero Müller freilich nicht glücklich: von Süden her war die Mauer der Tiefgarage sichtbar. Die sollte eigentlich hinter demHotel Holiday-Inn verschwinden. Das war damals zwar geplant, kam dann aber nie zustande. Erst als ein weiteres Geschäftshaus entlang der Willi-Bleicher-Straße gebaut worden war - ohne das geplante Hotel - verschwand die unattraktive Betonmauer.