Angeklagt sind sechs Georgier. Sie sollen im Herbst 2014 mehrfach an Wohnungseinbrüchen beteiligt gewesen sein. Die Tatorte, waren meist freistehende Einfamilienhäuser im Landkreis Göppingen, Esslingen und dem Ostalbkreis. Dreh- und Angelpunkt für alle Straftaten war laut polizeilicher Ermittlung das Asylbewerberwohnheim in Heiningen. Von dort ging es mit einem VW Golf und einem in Frankreich zugelassenen Audi A4 auf Einbruchstour.

Beim Verlesen der Anklageschrift ging Staatsanwalt Ekkehard Freund aus Ulm fürs Erste von sechs Einbrüchen aus. Zum Teil wurde dabei Beute in Höhe von bis zu 8000 Euro gemacht. Die sechs Georgier sollen es bei ihren Aktionen immer auf Bargeld, Schmuck und elektronische Geräte abgesehen haben. Vermeintlich wertlose Beutestücke wurde von den Räubern in einem Teich bei Heiningen versenkt und dort von der Polizei gefunden. Insgesamt konnten von der polizeilichen Ermittlergruppe 14 Straftäter verhaftet werden. Zwei wurden bereits zu einer einjährigen und eineinhalbjährigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Die jetzt vor Gericht stehenden sechs Georgier sitzen in Untersuchungshaft in Ulm, Stammheim und Ravensburg.

Die Sicherheitsvorkehrungen am ersten Verhandlungstag beim Amtsgericht in Göppingen waren relativ hoch. Mit Hand- und Fußfesseln wurden die Angeklagten, zum Teil mit Kapuzenpulli bekleidet, von sieben Justizmitarbeitern dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Heiko Griesinger vorgeführt.

Alle sechs Verteidiger sahen sich am ersten von drei angesetzten Verhandlungstagen überfordert, was eine ordentliche Verteidigung anbelange. Von der Verteidigung wurde bemängelt, dass sie erst einen Tag zuvor 60 Faxseiten mit Informationen erhalten hatten. Um dies durchzuarbeiten, habe die Zeit nicht gereicht. Erschwerend komme hinzu, dass bei fünf der sechs Angeklagten weitere Einbruchsdelikte zwischenzeitlich aktenkundig und anhängig sind. Die von Richter Heiko Griesinger angesetzte Unterbrechungszeit der Verhandlung um 150 Minuten, reichte der Verteidigung zur Aktenaufarbeitung nicht aus. Die von der Verteidigung beantragte Aussetzung wurde abgelehnt und die nächste Verhandlung auf den 24. März vertagt.