Göppingen Sechs Kerzen für ermordete Juden

Sechs Kerzen wurden symbolisch für sechs Millionen ermordete Juden entzündet. Foto: Margit Haas
Sechs Kerzen wurden symbolisch für sechs Millionen ermordete Juden entzündet. Foto: Margit Haas
Göppingen / MARGIT HAAS 21.04.2012
Sechs Millionen Juden wurden Opfer des nationalsozialistischen Judenhasses. Am Jom Haschoa wird ihrer weltweit gedacht. Auch am Synagogenplatz in Göppingen wurden symbolisch Kerzen angezündet.

Sechs Kerzen brennen am Göppinger Synagogenplatz symbolisch für sechs Millionen ermordete Juden. Ihrer wird seit über 50 Jahren am Jom Haschoa nicht nur in Israel gedacht. In Göppingen hat die Yad-Vashem-Unterstützergruppe am Donnerstagabend eingeladen, gemeinsam mit Rafael Mizrahi der Menschen zu gedenken, die einem blinden Judenhass zum Opfer gefallen waren. Sein schwermütiger Gesang drückt das ganze Leid und die Not, die Angst und die Verzweiflung der Millionen Opfer aus.

Bevor Rafael Mizrahi die israelische Nationalhymne singt, erinnert Klaus Maier-Rubner von der Unterstützergruppe an die lokalen Bezüge. Waren doch auch die Juden, die es geschafft hatten, Nazi-Deutschland rechtzeitig zu verlassen und Israel zu erreichen - wie die Frankfurters - noch lange nicht in Sicherheit. Waren doch Rommels Truppen nur wenige Tage, bevor sie Palästina erreicht hätten, besiegt worden. Sie hätten auf Unterstützung hoffen können. Denn deutsch-christliche Siedler hatten NSDAP-Ortsgruppen gegründet, und judenfeindliche Araber drohten immer wieder mit Pogromen.

"Hass braucht keinen Grund, Hass sucht sich immer einen Vorwand", erklärt Maier-Rubner. Denn Juden seien in Palästina schon als Bedrohung bezeichnet worden, als "Israel noch winzig klein war". Gleichwohl werde das Existenzrecht Israels bis heute bestritten. "Dass auch deutsche Linksliberale im jüdischen Staat den allmächtigen Störenfried sehen, beweist ein weiteres Mal, dass auch die europäische Aufklärung nicht den Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit gefunden hat", stellte er mit Blick auf das Gedicht von Günther Grass fest, der den Weltfrieden bedroht sieht durch Israel.

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