Göppingen Schwieriges Bauprojekt

Mit einer extra errichteten Seilbahn wurde vor 50 Jahren das Material für den Bau des Hochbehälters auf den Berg gebracht. Foto: Archiv
Mit einer extra errichteten Seilbahn wurde vor 50 Jahren das Material für den Bau des Hochbehälters auf den Berg gebracht. Foto: Archiv
Göppingen / ELKE BERGER 22.09.2012
Um das Gebiet "Rehgebirge" mit fließend Wasser zu versorgen, soll 1962 am Hohenrechberg ein Wasserhochbehälter entstehen. Die Experten sind sich einig: Der Bau ist eine anspruchsvolle Herausforderung.

Aus Ziehbrunnen oder eigenen Quellfassungen, die bei Trockenheit oft versiegen, beziehen 1962 noch viele Höfe im Gebiet "Rehgebirge" ihr Trinkwasser: Das Gelände zwischen Hohenstaufen, dem Aasrücken, Rechberg und Ramsberg-Staufeneck gilt zu dieser Zeit noch als Notstandsgebiet, was die Wasserwirtschaft und die Verkehrswege anbelangt.

Wie in der NWZ vom 19. September 1962 zu lesen ist, soll ein neuer Wasserhochbehälter, der unmittelbar unter der Südost-Bastion der Ruine Hohenrechberg entsteht, Abhilfe schaffen. Nach dem physikalischen Gesetz der kommunizierenden Röhren musste dafür ein Gegenstück zu dem bereits existierenden Hochbehälter am Hohenstaufen in derselben Höhe von 620 Metern geschaffen werden. Für die Versorgung des Gebiets Rehgebirge wird das natürliche Gefälle ausgenutzt.

Trotz der schwierigen Geographie erspare man sich durch diese Lösung die Ausgaben für den Bau von Ventilen, Pumpen und Zwischenschiebern. Wegen der abgelegenen Lage des neuen Hochbehälters und einer mangelnden Zufahrt musste eine 200 Meter lange Seilbahn gebaut und dafür der Hang stabilisiert werden. Der 1000 Kubikmeter fassende Behälter soll noch vor Ende des Jahres 1962 nach einjähriger Bauzeit in Betrieb gehen. Gleichzeitig wird auf der Strut zwischen Ramsberg und Birkhof ein zweiter Hauptbehälter mit 500 Kubikmetern erstellt. Dessen Leitung wird den Anschluss an die Eislinger Wasserversorgungsgruppe über Staufeneck und den Baierhof herstellen.

Die Besitzer der Höfe im Rehgebirge waren zunächst nur schwer für das Projekt zu gewinnen, obwohl ein Brand vor einigen Jahren, der den Mühleisenhof einäscherte, weil es kein Löschwasser gab, Anlass war, die Wasserversorgungsgruppe zu gründen.

Der Hochbehälter am Hohenrechberg schlage nach neuesten Berechnungen mit 410 000 D-Mark zu Buche, was aber lediglich nur etwa zehn Prozent der gesamten Baukosten der Wasserversorgungsgruppe ausmacht. Der Zweckverband hofft auf regen Zuschuss seitens des Staats und des Landkreises.