Göppingen Schwarze Bergkristalle, giftgrüner Granat

Seit 40 Jahren sammelt Hans Jungbauer Mineralien. Jetzt sind seine Schätze im Naturkundlichen Museum in Jebenhausen zu sehen. Foto: Margit Haas
Seit 40 Jahren sammelt Hans Jungbauer Mineralien. Jetzt sind seine Schätze im Naturkundlichen Museum in Jebenhausen zu sehen. Foto: Margit Haas
Göppingen / MARGIT HAAS 09.08.2012
Sammeln scheint tief im Menschen verankert. Das Naturkundliche Museum zeigt Fossilien, Mineralien und Steinzeitarbeiten privater Sammler. Wir wollen sie in den kommenden Wochen vorstellen.

Durch seinen Beruf, der so gar nichts mit Mineralien zu tun hat, ist Hans Jungbauer vor über 40 Jahren von einer Leidenschaft infiziert worden, die ihn bis heute nicht losgelassen hat. Damals hatte er in einem Verlag gearbeitet, der technische Informationen für die Firma Carl Zeiss druckte und sah dabei zum ersten Mal Mondgestein. "Die Farben faszinierten mich, der Text freilich war für mich chinesisch", erinnert sich der Heininger noch gut.

Ein zweites Schlüsselerlebnis war eine Wanderung in Südtirol, bei der er einen Sammler traf, der "einen ganzen Rucksack voll Bergkristalle dabei hatte. Es war verrückt, welche exakten Formen die Natur da gebildet hatte". Jetzt las sich Hans Jungbauer ein und wurde Mitglied in entsprechenden Vereinen, war "von einem Virus infiziert, den man nicht mehr los wird". Er stellte aber fest, dass die nähere Heimat der Schwäbischen Alb "nicht sehr artenreich ist was Mineralien anbelangt".

Der Schwarzwald war da schon ergiebiger. Anfang der achtziger Jahre bekam er Kontakt mit einem japanischen Sammler. Dr. Yosiaki Okamura aus Kyoto kam zu einer Exkursion nach Deutschland und zwischenzeitlich haben ihn Hans Jungbauer und einige Sammlerkollegen mehrfach besucht. Sie konnten dank der guten Kontakte in verschiedenen Minen graben. Das Ergebnis zeigt der 73-Jährige in Jebenhausen. "Besonders wertvoll" sei die blaue Jade oder Hyalite auf gelben Feldspat. Aber auch die schwarzen Bergkristalle, die von unglaublicher Ebenmäßigkeit sind, sind seltene Fundstücke.

Lassen sie kein Licht mehr hindurch, werden sie als Morion bezeichnet, erzählt der pensionierte Lektor. Und erklärt weiter, dass bei Mineralien im Gegensatz zu Fossilien "das Alter nicht so wichtig ist". Denn sind die geologischen Voraussetzungen gegeben, entstünden sie jederzeit. Hans Jungbauer zeigt auch einige Perlen, die augenscheinlich den Unterschied zwischen Zucht- und Naturperlen belegen.

Eine zweite Vitrine belegt die Reisefreudigkeit von Hans Jungbauer. Hier zeigt er Kristallblüten aus aller Welt, die in ihrer Farbenpracht und Formenvielfalt mit echten Blüten mithalten können.

Ausgestellt sind ein giftgrüner Granat aus Russland, eines der wenigen Stücke, die der Pensionär nicht selbst gefunden, sondern eingetauscht hatte. Es gibt Fundstücke aus Indien, Kanada, Brasilien, aus Spanien und Rumänien. Eine zerbrechlich wirkende Sandrose aus Tunesien zieht den Blick ebenso auf sich wie ein Malachitkristall aus dem Kongo oder eine schneeweiße Eisenblüte aus Österreich, deren schlangenförmigen Arme sich zu bewegen scheinen.

Info Die Ausstellung "Ich sammle! Fossilien, Mineralien, Steinzeitartefakte" ist in der alten Badherberge in Jebenhausen bis zum 1. November mittwochs und samstags von 13 bis 17 und sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen außerhalb der Öffnungszeiten unter Telefon: (07161) 6 50-1 91.

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