Wiesensteig Schultes wirbt für Wipfelpfad

"Eine Trendwende ist ohne Baumwipfelpfad nicht in Sicht", sagt Gebhard Tritschler.
"Eine Trendwende ist ohne Baumwipfelpfad nicht in Sicht", sagt Gebhard Tritschler.
Wiesensteig / HARTMUT ALEXY 08.08.2012
Ohne Baumwipfelpfad wird es für Wiesensteig keine Trendwende geben: So wirbt Bürgermeister Gebhard Tritschler für das Vorhaben.

Neun Wochen vor dem Bürgerentscheid (7. Oktober) hat Bürgermeister Gebhard Tritschler im Amtsblatt der Stadt Wiesensteig "Oberer Fils-Bote" ein Plädoyer für den Baumwipfelpfad veröffentlicht, der als Teil des geplanten Landschaftsparks Albtrauf am Reußenstein gebaut werden soll. Wiesensteig habe in den vergangenen Jahren rund 400 Einwohner verloren (minus 16 Prozent) und fast 300 Arbeitsplätze (minus 43 Prozent) eingebüßt, stellt Tritschler fest und kommt zu dem Schluss: "Eine Trendwende ist ohne Baumwipfelpfad nicht in Sicht." Auf die Parkplatzfrage geht er nicht ein.

Geplant sei keineswegs der größte und auch nicht der bis dato teuerste Höhenpfad, schreibt Tritschler. Seine Dimensionen entsprächen den örtlichen Gegebenheiten, und sein Konzept stelle das Umwelterlebnis und die "Waldpädagogik" in den Vordergrund. Der Baumwipfelpfad solle etwa 1250 Meter lang werden und sich mit maximal sechs Prozent Steigung bis auf eine Höhe von etwa 20 Metern zwischen den Bäumen durchwinden: "Man wird Käfer und Insekten beobachten können, Vögel und Eichhörnchen, man kann verschiedene Bäume vergleichen und leider auch erleben, wie die Schädigungen durch die Umwelt auch schon unseren Bäumen zugesetzt hat." In der Mitte werde es einen etwa 40 Meter hohen Aussichtsturm geben, von dem aus man bei entsprechendem Wetter weit bis über Stuttgart und Ulm hinaus "die unvergleichlichen Schönheiten unserer heimischen Landschaft entdecken kann". Dazu gehört eine 500 Meter lange Rampe, die genauso wie der restliche Baumwipfelpfad auch von Rollstuhlfahrern zu bewältigen sei. Mit Kinderwagen befahrbar sollen die Wege auch sein. Infotafeln sollen so angebracht werden, dass auch Kinder sie lesen können. Für Blinde soll es spezielle Führungen geben, bei denen das Tasten und Hören im Vordergrund steht. "Die Faszination Wald erleben und begreifen, sich neu orientieren, wieder lernen, den Wald zu lieben und zu schätzen", so fasst Tritschler die Ziele des Baumwipfelpfads zusammen. Realisieren soll ihn die "Erlebnis-Akademie" aus Bad Kötzting (Bayern). "Wir alle lieben das Abenteuer, hier kann man es völlig risikofrei genießen", wirbt der Bürgermeister weiter.

Auch eine Touristen-Info sei geplant, so Tritschler. Diese soll die Besucher auf Wiesensteig und das Helfensteiner Land aufmerksam machen. In Wiesensteig gebe es Stadtführungen, Seminarräume und Übernachtungsmöglichkeiten.

Der Baumwipfelpfad soll in Wiesensteig für Arbeitsplätze, mehr Einwohner und mehr Wohlstand sorgen. Die "Erlebnis-Akademie" rechnet mit 20 Arbeitsplätzen für den Betrieb des Wipfelpfads und der Gastronomie. Örtlichen Betrieben böten sich viele Möglichkeiten zur Kooperation, so Tritschler.

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