Göppingen Schuler weiter im Aufwärtstrend

Hoch hinaus: Schuler spürt weiter kräftig Aufwind. Foto: Archiv / Carlucci
Hoch hinaus: Schuler spürt weiter kräftig Aufwind. Foto: Archiv / Carlucci
Göppingen / SUSANN SCHÖNFELDER 01.03.2012
Schuler ist weiterhin nicht zu bremsen: Der Umsatz stieg um 55 Prozent, zudem kann sich der Göppinger Pressenbauer vor Aufträgen kaum retten.

Die Schuler AG ist mit Volldampf ins neue Geschäftsjahr gestartet. Das belegt der erste Quartalsbericht, den der Pressenhersteller gestern vorlegte. Beim Umsatz konnten die Göppinger in den ersten drei Monaten - das Geschäftsjahr begann am 1. Oktober 2011 - kräftig zulegen: Mit 276,3 Millionen Euro übertraf Schuler den Wert des Vorjahreszeitraums um 55,3 Prozent. "Zuwächse erzielte das Unternehmen in allen Märkten mit Ausnahme Nord- und Südamerikas", erklärt Konzernsprecher Ingo Schnaitmann. Den höchsten Anteil am Gesamtumsatz hatte dabei mit 39,7 Prozent das Asiengeschäft (Vorjahr: 26,5 Prozent). "Neben der guten Konjunkturlage profitierte Schuler von strategischen Investitionen der Automobilindustrie. Diese bleibt für uns auf Sicht von fünf bis zehn Jahren der wichtigste Markt, auch getrieben durch China, wo das Potenzial nach wie vor sehr groß ist", gibt Vorstandschef Stefan Klebert in einer Pressemitteilung die Marschrichtung vor.

Auch mit dem Auftragseingang ist der Technologie- und Weltmarktführer in der Umformtechnik rundum zufrieden, in nahezu allen Märkten sei die Nachfrage "lebhaft". So fielen die Neubestellungen von Oktober bis Dezember 2011 mit 391,1 Millionen Euro höher aus als in jedem der drei letzten Quartale. "Eine rege Ordertätigkeit herrschte insbesondere im europäischen Ausland und in Amerika", sagt Schnaitmann. Erwartungsgemäß hätte aber die Zahl der Neubestellungen nicht das Niveau des Vorjahreszeitraums (505,4 Millionen Euro) erreicht. Dazu meint Klebert: "2010 kam es aufgrund der weltwirtschaftlichen Erholung zu einem wahren Investitionsboom bei Anlagen und Ausrüstungen. Dieser Effekt führte damals zu einem außerordentlich hohen Auftragseingang." Die aktuellen Bestellungen spiegelten einen stetigen Anstieg in den vergangenen neun Monaten wider - Ergebnis sei ein sicheres Auftragspolster. Der Auftragsbestand betrug zum 31. Dezember 2011 1,15 Milliarden Euro und überstieg damit den Vorjahreswert um 14,7 Prozent.

Die aktuellen Zahlen bestätigen die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Klebert ist zuversichtlich, dass der Aufwärtstrend anhält und Schuler den angepeilten Umsatzanstieg auf mindestens 1,1 Milliarden Euro erreichen wird. Positiv für die Aktionäre: Der Konzern will in der Hauptversammlung eine Dividendenzahlung vorschlagen.

Bei dieser Veranstaltung wird der Vorstand auch über das 50-Millionen-Euro-Investitionspaket berichten. Der Startschuss ist bereits gefallen: Im Berichtszeitraum haben sich die Investitionen von 1,8 auf 3,4 Millionen Euro verdoppelt. Ein Schwerpunkt der Unternehmensstrategie sei der Ausbau der Markt- und Technologieführerschaft insbesondere in China, kündigt Klebert an. In diese Wachstumsregion soll rund ein Drittel der Mittel fließen. Das Wachstum werde durch Geschäftsfelder außerhalb des Automotive-Bereichs abgesichert.

Der Höhenflug der Göppinger macht sich auch beim Personal bemerkbar: Die Zahl der Beschäftigten wuchs um rund 100 Mitarbeiter auf 5258 - davon sind 4045 Mitarbeiter im Inland und 1213 im Ausland beschäftigt. Neueinstellungen gab es überwiegend im Ausland.