Wirtschaft Schuler und Porsche gehen zusammen

Schuler-Chef Domenico Iacovelli: „Das Presswerk setzt neue Maßstäbe.“
Schuler-Chef Domenico Iacovelli: „Das Presswerk setzt neue Maßstäbe.“ © Foto: Schuler
Göppingen / Susann Schönfelder 06.09.2018

Schuler und Porsche machen gemeinsame Sache: Der Göppinger Pressenbauer und der Stuttgarter Autohersteller gründen ein  Gemeinschaftsunternehmen und bauen zusammen ein innovatives Presswerk für die Automobilproduktion der Zukunft, teilt der Göppinger Weltmarktführer mit. Durch die Millionen-Investition entstehen mehr als 100 neue Arbeitsplätze.

Vertreter beider Unternehmen haben am Dienstag den Vertrag zur Gründung eines entsprechenden Joint Ventures unterzeichnet. „Die Europäische Kommission hat bereits grünes Licht für das gemeinsame Vorhaben gegeben“, sagt Schuler-Pressesprecher Hans Obermeier. Die Freigabe durch weitere Wettbewerbsbehörden stehe aktuell noch aus.

Der Zweck des Gemeinschaftsunternehmens von Schuler und Porsche sei ein sogenannter Smart Press Shop als Teil der vernetzten Industrie 4.0, also der Digitalisierung der industriellen Produktion. Die Idee des Joint Ventures: Mit zukunftsweisenden Technologien soll das neue Presswerk hoch flexibel anspruchsvolle Karosserie-Teile herstellen. Der Schwerpunkt liege dabei auf Aluminium-Außenhautteilen sowie der Fertigung kleiner Losgrößen.

 „Mit dem Joint Venture stellt Porsche wichtige Weichen für die Sportwagen-Produktion der Zukunft“, sagt Albrecht Reimold, Vorstand Produktion und Logistik der Porsche AG. „Es geht um die Nutzung von Zukunftstechnologien und Innovationen, um Prozesse noch effizienter zu gestalten. Die enge Verzahnung von Design, Entwicklung, Karosserieplanung, Werkzeugfertigung und Produktion innerhalb des Porsche-Konzerns wird die Qualität unserer Sportwagen maßgeblich beeinflussen.“

 Schuler-Vorstandschef Domenico Iacovelli sagte: „Porsche und Schuler bringen gemeinsam ein Presswerk zum Einsatz, das in zweifacher Hinsicht neue Maßstäbe setzt – bei der Leistungsfähigkeit in der industriellen Fertigung und bei der digitalen Vernetzung und Auslesbarkeit der Datenströme im gesamten Produktionsprozess. Von diesem großen Schritt nach vorn wird Porsche profitieren, aber letztlich andere Hersteller auch.“

 Die Weiterentwicklung des Prozess-Know-hows im Bereich der Metall-Umformung geschehe unter anderem durch die durchgehende Vernetzung der Produktionsdaten und den Einsatz des maschinellen Lernens, heißt es in der Pressemitteilung. Neue Maßstäbe setzten Porsche und Schuler mit Themen wie der sogenannten „predictive maintainance“ (vorausschauender Wartung) oder einer intelligenten Produktionssteuerung.

 In dem neu gegründeten Joint Venture komme die neue Servo- 20-Technologie von Schuler zum Einsatz. Sie steigere den maximalen Output von 18 auf 20 Hübe pro Minute und reduziere dabei den Energieverbrauch pro Hub und Bauteil. Durch ein neu entwickeltes Konzept zum Werkzeugwechsel könnten kleine Losgrößen mit hoher Wirtschaftlichkeit produziert werden. 

 Das Gemeinschaftsunternehmen wird als eigenständige GmbH & Co. KG geführt. Die Anteile liegen zu gleichen Teilen bei der Schuler AG und Porsche. Porsche und Schuler investieren jeweils in zweistelliger Millionenhöhe in das Gemeinschaftsunternehmen. Es entstehen mehr als 100 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze. Der Sitz des neuen Unternehmens steht aktuell noch nicht fest. Ziel ist es, mit der Wahl des Standortes die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren, indem die Logistikwege für Karosserie-Teile minimiert werden.

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