„Hereinspaziert.“ So steht es direkt über der Eingangstür des Schülerlädles der Pestalozzi-Schule. Gut ein Jahr war die Tür geschlossen, jetzt ist sie wieder offen. Schüler der Klassen 7 und 8 haben das etwas in die Jahre gekommene Lädle renoviert. Tapeten runter, alte Möbel raus, neue Wandverkleidung rein. Frische Farbe drauf, Fliesen verlegen, neue Möbel rein. Die Schüler hatten viel zu tun, ihre Lehrerin Tanja Baumhauer, die die pädagogische Leitung des Projekts innehat, auch. Schon lange vor Umbaubeginn hat sie Spenden gesammelt, um die Renovierung bezahlen zu können.

Drinnen ist fast alles neu: Kühltheke, Spülmaschine, Kaffeemaschine, Küchenschränke, eine neue Sitzecke und Billy-Regale von Ikea. Wohlsortiert finden die Schüler dort das, was in ihrer Schultasche gerade fehlt: Stifte und Hefte. In der Kühltheke werden sie fündig, wenn im Magen etwas fehlt: Von Schülern selbst belegte Käse- und Wurstbrötchen. Und etwas Süßes gibt es auch. „Es ist aber kein Schlecklädle“, sagt Schulleiter Peter Bauer. Auch die Preispolitik nennt er „eigenwillig“: „Ungesunde Sachen sind teurer, Vollkorn ist günstiger“.

Schüler und Schülerinnen arbeiten auch im Laden

Nicht nur vor der Theke gibt es was für die Schüler, auch dahinter. Die Schüler können und sollen im Laden „ihre Praktikumsfähigkeit“ testen, sagt Bauer. Sie führen den Laden auch, immer in Begleitung und unter Anleitung. „Es ist eben ein richtiges Lädle, mit Buchführung“, sagt Tanja Baumhauer. „Das Schülerlädle gehört zu uns“, sagt eine Schülerin, tatsächlich gibt es das Schülerlädle schon länger. Seit 2004 verkaufen die Pestalozzi-Schüler hier, damals war auch Gabriele Zins mit von der Partie. Das „Urgestein“ (Bauer) Zins war über 30 Jahre Lehrerin an der Pestalozzi-Schule und hat zur Wieder-Eröffnung etwas mitgebracht. „Keinen roten Teppich, einen Fußabstreifer.“ Mit Aufdruck: „Schülerlädle, est. 2004 (gegründet 2004)“ steht darauf.

Offen ist das Schülerlädle in der Eberhardstraße/Ecke Märklinweg immer montags, dienstags und donnerstags von 7 bis 8.30 Uhr. Für alle, nicht nur für die Schüler. Nur der Mittagstreff ist eine Art geschlossene Gesellschaft und nur für Schüler. Längere Öffnungszeiten kann sich Tanja Baumhauer gut vorstellen, die sind in Zeiten des Lehrermangels auch an der Pestalozzi-Schule aber im Moment nicht zu stemmen. Aber: Wenn die Tür zu ist, „einfach mal klopfen“, sagt Baumhauer. Wenn jemand da ist, gibt es auch etwas.