Schülerin interviewt Bundestagsabgeordneten Klaus Riegert

Annika Klesen von der Haldenberg-Realschule interviewte den Bundestagsabgeordneten Klaus Riegert.
Annika Klesen von der Haldenberg-Realschule interviewte den Bundestagsabgeordneten Klaus Riegert.
SWP 14.06.2012
Bei der Abschlussarbeit der Klasse 10 b der Haldenberg-Realschule hatten die Schüler das Thema Parlamentarische Demokratie gewählt. Annika Klesen sprach mit dem Bundestagsabgeordneten Klaus Riegert.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach eine parlamentarische Demokratie aus?

KLAUS RIEGERT: Parlamentarische Demokratie ist für mich in erster Linie die Gewaltenteilung des Staates. Das heißt Legislative (gesetzgebende Gewalt), Exekutive (ausführende Gewalt) und Judikative (richterliche Gewalt). Ein anderes wichtiges Merkmal einer parlamentarischen Demokratie ist das Wahlrecht, wobei die Wahlen: Frei, gleich, unmittelbar, allgemein und gerecht sind.

Haben Sie sich während ihrer Schulzeit auch mit solchen Themen beschäftigt?

RIEGERT: Ja. In der Schule haben wir auch die Themen Gesetzgebung, Bundestag und Demokratie bearbeitet.

Was waren Ihre Lieblingsfächer und womit haben Sie sich weniger gerne beschäftigt?

RIEGERT: Meine Lieblingsfächer waren Gemeinschaftskunde, Geschichte und Mathematik. Erstaunlicherweise mochte ich Erdkunde nicht, das war mir zu theoretisch und trocken.

Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach Schulbildung?

RIEGERT: Sehr wichtig, da Schulbildung den Kernbereich für ein lebenslanges Lernen bietet. Früher hat man einen Beruf gelernt und hat diesen sein ganzes Leben lang ausgeführt. Heutzutage ist es jedoch so, dass man sich immer weiterbilden muss. Meine Eltern haben früher, als ich noch in die Schule ging immer gesagt: Man lernt nicht für die Schule, sondern für das Leben. Daher spielt auch Bildung im Bundestag eine wichtige Rolle.

Sie sind schon seit 20 Jahre Bundestagsabgeordneter. Was war in dieser Zeit Ihr schönstes Erlebnis?

RIEGERT: Es gab viele tolle Erlebnisse, doch der Umzug des Parlaments 1994 von Bonn nach Berlin war das Schönste Erlebnis. Mehr als 40 Jahre lang war Bonn die Hauptstadt der Bundesrepublik. Nach der Wiedervereinigung wurde beschlossen, dass Berlin wieder zum Regierungssitz werden sollte.

Der Umzug von Ministerien und Behörden war gigantisch. Das selbst miterleben zu dürfen und an der Deutschen Historie mitzuwirken war sehr interessant. Ein weiterer einzigartiger Augenblick war, als ich mit der Bundeskanzlerin 2010 nach Südafrika zu der WM geflogen bin. Ich konnte somit einen Einblick in das Arbeitsverhalten der Kanzlerin bekommen.

Die Haldenberg-Realschule hat letzte Woche ein spannendes Volleyball-Turnier veranstaltet. Wie wichtig ist Schulsport aus Ihrer Sicht?

RIEGERT. Ich bin sportpolitscher Sprecher und finde Schulsport wichtig. Sport verbindet und lehrt uns gesellschaftliche Prinzipien wie Toleranz, Verantwortung, Teamgeist und Fairness. Schüler können dadurch eigene Grenzen erfahren und wissen wie sie mit ihnen umzugehen haben. Sport ist international und integriert.

Sie sind sportpolitischer Sprecher der CDU Fraktion. Wie sehen Sie die Debatte um eine EM-Teilnahme der Deutschen Fußball Nationalmannschaft in der Ukraine auf Grund des Umgangs mit der inhaftierten Oppositionsführerin Julija Timoschenko?

RIEGERT: Ich betrachte das kritisch und sehe die EM als Anlass dafür, die Ukraine auf Menschenrechte hinzuweisen und der Regierung den Stellenwert der Menschenrechte zu erläutern.

Welche anderen Themen sind den Bundestagsabgeordneten derzeit wichtig?

RIEGERT: Heute morgen war ich beispielsweise auf einer Sitzung zum Transplantationsgesetz. Zurzeit wird auch über den Kosovoeinsatz der Bundeswehr, Gesundheitsvorsorge, den Euro und sehr wichtig, die Energiewende gesprochen.

Sie sind im Landkreis sehr engagiert. Wie schaffen Sie es, die vielen Termine wahrzunehmen?

RIEGERT: Ich mache viel Sport, daher bin ich gesundheitlich fit und durch einen guten Zeitplan kann ich Termine wahrnehmen.

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