Geschichte Schüler gedenken der Opfer des Nazi-Regimes

Mit Worten und Vorträgen gedachten Schüler gestern der Opfer der Nazi-Regimes.
Mit Worten und Vorträgen gedachten Schüler gestern der Opfer der Nazi-Regimes. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / ANNEROSE FISCHER-BUCHER 28.01.2017

Schüler der 9. und 10. Klassen der Schillerschule bildeten gestern Nachmittag einen Kreis um das Mahnmal im Göppinger Schlosswäldchen und hielten selbst gemachte Tafeln in der Hand, auf denen Begriffe wie beispielsweise Trauer zu lesen waren. Sie hatten sich die Worte aus Anlass des Gedenktags für die Opfer des nationalsozialistischen Gewaltregimes überlegt, der seit 1996 am 27. Januar begangen wird.

Im Jahr 1945 war an diesem Tag das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, in dem über eine Million Menschen grausam ermordet wurden, von der Roten Armee befreit worden. Nach zwei Liedern erzählten einige Schüler die Lebensgeschichte der Göppinger Holocaust-Überlebenden Inge Auerbacher, die als Kind deportiert worden war. Die Jugendlichen erinnerten mit Betroffenheit an das Jahr 2016, als Auerbach am damaligen Deportationsplatz für Göppinger Juden in der Turnhalle der Schillerschule stand, um mit ihnen über die Nazi-Zeit und die notwendige Erinnerung zu ­sprechen.

Baubürgermeister Helmut Renftle sagte, dass die Mahnung des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, „mitmenschlich miteinander umzugehen“, in krassem Widerspruch stehe zu „Populismus, Nationalismus, Abgrenzung und pauschalierter Hetze“. Sich mit der Vergangenheit und mit den Verbrechen der Nazis auseinanderzusetzen, könne die Anfälligkeit für heutige ­Gefahren mindern, so Renftle, der Europa als „Friedensgarant“ ­bezeichnete. Danach betete und sang Rafael Mizrahi das Toten­gebet auf Deutsch und auf ­Hebräisch.

Vier Polizisten standen bei der Veranstaltung an den Eingängen zur Schlossgartenanlage, zu der wenige Erwachsene, darunter  drei Gemeinderäte, gekommen waren. Einige Teilnehmer hätten sich allerdings eine Lautsprecheranlage zum besseren Verständnis der Vorträge ­gewünscht.

Annerose Fischer-Bucher

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