Es stand Spitz auf Knopf: „Sollten wir es nicht schaffen, aktive neue Mitglieder zu gewinnen, die auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, so müssen wir den Verein leider auflösen“, hatte Ma­rianne Berner, Ortsvorsitzende der Faurndauer Landfrauen, im November befürchtet. Der Tag der Vorstandswahlen rückte unaufhaltsam näher. Unermüdlich rührte die Vorsitzende die Werbetrommel – letztlich mit Erfolg: „Es gibt einen neuen Vorstand“, kann sie vermelden. Sie selbst bleibt an der Spitze, Stellvertreterin und Schriftführerin ist Caroline Raiser, neue Kassiererin Maria Kuzak. Neu im Gremium sind auch Anita Oppermann als Stellvertreterin sowie Karin Fränkel als Beisitzerin. Weiter macht Hanni Uebele als Beisitzerin.

Die Kuh ist erst einmal vom Eis

Die Kuh ist erst einmal vom Eis. „Ich will das Ganze positiv sehen“, blickt Marianne Berner optimistisch in die Zukunft. „Wir werden nun versuchen, uns neu aufzustellen – einschließlich der Juniorgruppe, die nach wie vor mit großer Begeisterung dabei ist. Wir brauchen neue Ideen und müssen uns verjüngen“, lautet ihr Credo. Was in drei Jahren ist, wenn wieder Vorstandswahlen anstehen, müsse man sehen.

„Wir haben es einfach schwer durch die Stadtnähe“, nennt die Vorsitzende einen Grund, warum den Landfrauen in Faurndau die aktiven Mitglieder ausgehen. In sehr ländlichen Gebieten wie etwa in Hohenlohe gebe es Landfrauenvereine mit 450 Mitgliedern. Durch die Nähe zu Göppingen hätten die hiesigen Frauen aber ganz andere Möglichkeiten, die Landfrauen als Bildungs- und Sozialwerk gerieten da ins Hintertreffen. „Obwohl wir statistisch mehr Bildungsstunden im ländlichen Bereich anbieten als die VHS in der Stadt“, unterstreicht sie.

Genau dies sei eine Aufgabe der kommenden drei Jahre: den Landfrauenverein aus der Hof­ecke zu holen. „Wir haben halt das Geschmäckle, wir sind Bauersfrauen“, sieht Marianne Berner ein Problem. Das rühre aus der Historie, weil früher – der Verein wurde 1947 gegründet – viele eben noch Landwirtschaft hatten. „Doch es ging bei den Landfrauen in Baden-Württemberg eigentlich immer um Frauen auf dem Land, nicht um Frauen mit Landwirtschaft“, betont die Vereinschefin. „Wir brauchen weder Hof noch Kuh“, fügt sie schmunzelnd hinzu.

Der neue Vorstand wird sich jetzt sortieren und Monat für Monat ein Programm ausarbeiten. Im Januar stehen ein Spielenachmittag und der Besuch eines Theaterabends in Ottenbach an. „Das nächste große Event ist das Frauenfrühstück“, kündigt Marianne Berner an. Und auch der Ausflug im Mai sei gesetzt. „Den Rest müssen wir erarbeiten und dem Ganzen vielleicht eine neue Richtung geben“, blickt sie nach vorne. Die Faurndauer Bezirksamtsleiterin Chris Berger habe ihre Unterstützung zugesagt: Im Frühjahr soll es eine Veranstaltung geben, bei der sich alle Vereine präsentieren können.

Diese Gelegenheit wollen auch die Landfrauen beim Schopf packen und sich für jüngere Frauen attraktiv machen. „Es geht darum, ein Bewusstsein zu schaffen, dass die Landfrauen ein Bildungsangebot haben“, lautet Marianne Berners Ziel. Zudem gehe es um die Gemeinschaft, die Landfrauen gehörten einfach zum Dorfleben dazu, sagt sie beinahe kämpferisch und fügt hinzu: „Ich habe Hoffnung, dass wir es tatsächlich schaffen.“