Wintersport Schanzende Ski-Zwerge in Degenfeld

Die Ski-Rennfahrer des Jahres 2030? Die Skikurse, die der Skiclub Degenfeld am Lift Winterhalde an­bietet, machen den Kindern sichtlich Spaß.  Foto: Claudia Burst
Die Ski-Rennfahrer des Jahres 2030? Die Skikurse, die der Skiclub Degenfeld am Lift Winterhalde an­bietet, machen den Kindern sichtlich Spaß. Foto: Claudia Burst © Foto: Claudia Burst
Degenfeld / Claudia Burst 20.01.2017

Schnuller raus, Gummibärchen rein, Schnuller weg“ – so beschreibt Andreas Mack die Basis des Zwergerl-Kurses des Schneeschuhvereins Schwäbisch Gmünd am Skilift Winterhalde in Degenfeld: „Lachende Kinder sind wichtig.“

Der Zwergerl-Kurs ist neu in diesem Jahr, meistens Samstag und Sonntag parallel zu den Skikursen für die Kinder ab 5 Jahren sowie mittwochs an manchen Nachmittagen. Wie’s aussieht, hat der Schneeschuhverein damit eine Lücke entdeckt. Bereits eine Stunde vor Beginn des Kurses tauchen die ersten Eltern und andere Begleiter auf – aus Backnang, Süßen, Mutlangen oder direkt aus Degenfeld und den Nachbarorten. „Mein Leon schläft noch im Auto“, erklärt die Uroma des Dreijährigen lachend. Rechtzeitig zu Kursbeginn ist er jedoch wach und fit. Eingemummelt in Skioverall, Schal, Mütze, Handschuhe gegen den eiskalten Wind und einem Helm auf dem Kopf harrt er mit der seiner fitten Uroma der Dinge. Als erstes tatsächlich das Gummibärchen – fängt ja gut an, lässt sein Gesichtsausdruck und der der anderen 17, am Ende über 20 Kinder erahnen.

„Können eure Ski richtig Krach machen?“ will Andreas – der allen das Du anbietet – endlich wissen. Um es auszuprobieren sollen die Kleinen mit den Skiern stampfen. Das lassen sie sich nicht zweimal sagen. Manche stehen das erste Mal auf Skiern, andere haben schon einen anderen Zwergerl-Kurs besucht. „Das ist sensationell, wie die das hier machen“, schwärmt Karin Schell aus Süßen. Ihr dreijähriger Sohn Julian war bereits bei einem Wochenendkurs dabei und konnte es kaum erwarten, wieder herzukommen, erzählt sie.

Als Andreas die Kinder auffordert, an den Seilen entlang zu fahren, die er auf dem relativ flachen Gelände mit minimalen Abfahrten vor dem eigentlichen Skigebiet ausgelegt hat, gehört Julian mit zu den ersten, der das ausprobiert. Ein Ski links vom Seil, einer rechts. „Leg deine Hände auf deine Knie, Julian, und schau auf deine Skispitzen“, fordert An­dreas den Dreijährigen und die anderen Kinder auf. Konzentriert lassen sich die Zwerge gleiten, ab und zu erhalten sie ein bisschen Schub von den Eltern. „Super, Julian, klasse“, lobt Andreas und klatscht Julian ab. Der strahlt und will es gleich nochmals probieren. Auch die vierjährige Greta gehört zu den Talenten, die mit einem Lachen im Gesicht die Herausforderung meistert. Sie ist mit ihrem Opa gekommen, den sie ganz schön aus der Puste bringt mit ihrer Begeisterung.

Weil der stabile Stand zu den Grundlagen des Skifahrens gehört, versammelt Andreas die Kinder mit Begleitern um sich. Sie sollen zeigen, dass sie selber den Schnee von den Skispitzen wischen können. Sie beweisen auch ihre Standfestigkeit. Das macht Spaß – weil Mama oder Uroma sie leicht schubsen, nach vorne, zur Seit  – und sie locker wieder den Ausgleich finden. Das Gelächter ist groß, selbst die ängstlichen unter den kleinen Ski-Erstlingen haben jetzt Vertrauen zu den Rutschern unter ihren Füßen.

Es geht zum dicken Seil. Dass hier der Hang schon steiler ist, fällt den meisten Kindern gar nicht auf. Hochkonzentriert mit der Zunge zwischen den Lippen, rutschen sie nach unten, sogar viel weiter, als das Seil reicht. „Mama, ich hab’s geschafft“, ruft Ramona stolz. Die Angesprochene freut sich mit ihrer Tochter und benutzt einen der Besen, die Andreas verteilt hat, um ihre Kleine wieder nach oben zu ziehen. Dabei wird der Besen wie beim Schlepplift zwischen die Beine geklemmt.

„Die Kinder fahren immer an einem der Seile entlang. Und langsam, unauffällig, wird eine Kurve draus. Das merken sie meist gar nicht“, erzählt Andreas Mack grinsend. Er freut sich schon auf die Ski-Rennfahrer des Jahres 2030. Die ganz Mutigen fahren am Ende über die Wippe. „Jippie“, ruft Max, der anfangs noch so skeptisch war, als er drüber „schanzt“.

Ein Schlepplift und ein Anfängerseillift

Betreiber Zwischen dem Schneeschuhverein Schwäbisch Gmünd Und dem Skiclub Degenfeld herrscht eine enge Kooperation. Wobei der Skiclub Degenfeld sich vorwiegend aufs Skispringen an den Schanzen und den Skilanglauf konzentriert, die Gmünder dagegen aufs Alpine Skifahren.

Parcours Der Skilift Winterhalde bietet Slalompiste, Freestyle-Snowpark, Anfängerkurse und Skirennen, einen 300 Meter langen Schlepplift und einen Anfänger-Seillift.

Betrieb Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 14 bis 21 Uhr (Flutlicht), Samstag und Sonntag  9.30 bis 17 Uhr. Infos unter www.skilift-winterhalde.de

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