Nahezu im 24-Stunden-Takt sinken die Temperaturen durch die so genannte „Schafskälte“ in den nächsten Tagen jeweils um etwa 5 Grad. Am Donnerstag geht es im Kreis Göppingen zunächst von 25 auf 21 herunter, am Freitag dann sogar auf 16 Grad. Das alles bei erhöhtem Niederschlagsrisiko und zumindest zeitweise von leichten Regenfällen begleitet. Der Tiefpunkt dürfte am Montag bei 14 Grad erreicht sein, bevor die Werte erneut ansteigen, und es allmählich wieder frühlingshaft wird. Auf der Albhochfläche kann man getrost noch einmal zwei Grad abziehen, am Neckar hingegen ein Grad draufschlagen. Auch nachts ist es bei Tiefstwerten von örtlich bis zu 6 Grad empfindlich frisch.

Kreis Göppingen

Schafskälte kommt fast jedes Jahr mit 89 Prozent Wahrscheinlichkeit

Das Phänomen ist in der Meteorologie als „Schafskälte“ bekannt und soll in Bergregionen wie den Alpen und der Schwäbischen Alb mit 89 Prozent Wahrscheinlichkeit irgendwann zwischen dem 3. und 20. Juni fast jedes Jahr eintreten. In extremen Höhenlagen sind dabei auch Schneefälle möglich. Seinen Namen hat der unangenehme Kälteeinbruch den Schafen zu verdanken, die zu diesem Zeitpunkt im Jahr meist schon geschoren sind und daher erbärmlich frieren können. Muttertiere und Lämmer dürfen ihren Pelz daher meist bis mindestens Mitte Juni behalten.
Grund für die Schlechtwetterphase sind Tiefdruckgebiete aus West oder Nordwest, die über der noch relativ kühlen Meeresoberfläche feuchte und kalte Luft nach Mitteleuropa führen, während die Landmassen bereits frühsommerlich erwärmt sind. Die Schafskälte kommt in den Wetteraufzeichnungen noch häufiger vor als die Eisheiligen im Mai. Für Mittwochnachmittag galt im Kreis Göppingen übrigens teilweise eine Unwetterwarnung der Stufe Orange.