Normalerweise gehört es im Sommer zum gewohnten Bild: Göppinger kommen mit Getränkekisten und Kanistern zum Sauerwasserbrunnen. Die Flaschen und Behälter sind charakteristisch rötlich gefärbt – deutliches Zeichen dafür, dass sie öfter benutzt werden, um das beliebte eisenhaltige Sauerwasser zu zapfen. Doch in diesem Jahr sitzen die Göppinger vielerorts auf dem Trockenen. Gemeinsame Gründe für die Probleme bei den Mineralbrunnen gibt es aber nicht, teilte die Stadtverwaltung mit. Es gebe jeweils ganz individuelle Ursachen. An der Trockenheit liege es jedenfalls nicht.

Brunnen in der Maybachstraße ist stillgelegt

Der Brunnen an der Maybachstraße ist seit Beginn der Hitzewelle stillgelegt, weil im Wasser Keime gefunden wurden. Das gilt auch für die Zapfstellen im Freibadpark, die aus der gleichen Bohrung gespeist werden, sowie für die Auslässe im Freibad selber. „Der Brunnen wird weiterhin desinfiziert und beprobt. Die chemischen Analysen und Vorgänge dauern ihre Zeit“, erklärte Dejan Birk-Mrkaja, stellvertretender Pressesprecher der Stadt, gestern auf Anfrage.

Die Mineralbrunnen in Göppingen werden nicht aus Quellen gespeist, sondern sind gebohrte Brunnen. Am Freibad gibt es zwei Stationen: Die in den Jahren 1932/33 errichtete Anlage im Freibadpark und die Zapfstelle in der Maybachstraße, die ursprünglich 1949 als Industriebrunnen für die Arbeiter in den nahen Fabriken erbaut und 1986/87 an den jetzigen Standort verlegt wurde.

Trocken liegt auch der Brunnen in den Mörike-Anlagen. Das Brunnenhäusle wird seit dem Maientag 1952 mit Mineralwasser gespeist. Dort hat aber schon lange niemand mehr seinen Durst gelöscht. Der Brunnen ist versiegt. „Eine Generalsanierung ist geplant, aber noch nicht terminiert“, teilte die Stadt mit.

Der im Jahr 2003 im Zuge der „Neuen Mitte“ eingeweihte Brunnen am Marktplatz sprudelt zwar wieder. Dort fließt aber kein Mineralwasser mehr aus der Leitung. Die Stadt hat ihn stattdessen ans normale Trinkwassernetz angeschlossen.

Jebenhausen: Ende der Durststrecke in Sicht

Gute Nachrichten gibt es indes aus Jebenhausen für den Mineralbrunnen beim Naturkundlichen Museum. Dort scheint das Ende der seit Monaten andauernden Durststrecke in Sicht. Dieses Mineralwasser läuft über die Firma Aqua-Römer zum Brunnenstandort. Immer wieder fehlten Ersatzteile. Lange Zeit tröpfelte es nur. Nun aber gehen die Reparaturarbeiten dem Ende entgegen, erklärte gestern eine Sprecherin der Firma Aqua-Römer. Pumpen und Magnetventile sind eingebaut, es fehle aber noch ein weiteres Teil. Wenn dieses eingebaut sei, könne der Probelauf und die Analyse durch das zuständige Labor, das die Qualität ständig überprüft, erfolgen. Eventuell sprudle dann schon in der kommenden Woche wieder Wasser aus dem Brunnen. Die Firma Aqua-Römer stehe in täglicher Abstimmung mit der Stadt.

Weitere Mineralbrunnen in der Stadt Göppingen


Wasserwerk: Der Brunnen beim Wasserwerk an der Ulmer Straße; ursprünglich Hohenstaufenbrunnen, später Staufenbrunnen genannt wurde offiziell bereits im Jahr 1900 eröffnet. Die Schüttung ist aber deutlich zurückgegangen.

Karlsallee: Der Brunnen im Karlstraßenviertel wurde nach der Neugestaltung der Allee im August 1982 eingeweiht.

Christophsbad: Dann gibt es noch den  traditionsreichen Brunnen beim Christophsbad, der auch vom Christophsbad betreut wird. Der heutige Brunnen vor den Toren der Privatklinik entstand im Jahr 2000.