Die Geduld der Anwohner wurde sehr strapaziert. Seit nunmehr gut einem Jahr arbeiten sich die Straßenbauer auf der Krapfenreuter Straße abschnittsweise nach oben. Nach vielen Anläufen hat die Stadt im vergangenen Jahr die Sanierung der rund 700 Meter langen Strecke in Angriff genommen, um die vielfach geflickte Buckelpiste instandzusetzen und einen zeitgemäßen Verkehrsweg daraus zu machen.

"Wir wollten eigentlich 2014 fertig werden", räumt Jochen Baur, Sachgebietsleiter Tiefbau im Ebersbacher Bau- und Umweltamt ein. Jedoch sei eine ganze Reihe Widrigkeiten aufgetreten und habe dazu beigetragen, dass Teile der Krapfenreuter Straße immer noch eine Baustelle sind. Ein Haupthindernis lag im Untergrund. Dass dort Fels - weißer Sandstein - liegt, "war bekannt", erklärt Baur. Die Massivität habe dann aber überrascht. Bis zu drei Meter tief musste das Gestein aus den Kanalgräben herausgefräst werden, berichtet Jan Maußer vom für die Planung zuständigen Ingenieurbüro Schädel. Als die Straße nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde, habe man mangels geeigneten Geräts die Kanäle und Leitungen einfach auf den Fels gelegt. Weiterer Grund für die Verzögerung seien eine ganze Reihe von Zusatzarbeiten, die so nicht vorhersehbar gewesen seien. Nachdem aufgegraben war, habe die ENBW ihre Kabel inspiziert und festgestellt, dass ein Austausch notwendig war. Außerdem seien zusätzliche Arbeiten in Nebenstraßen fällig gewesen und schließlich hätten sich zum Teil Anwohner erst während der Bauarbeiten entschlossen, Hausanschlüsse erneuern zu lassen. "Die Firma musste immer wieder zurückfahren und in der Folge auch Zufahrten nachträglich richten", sagt Bauingenieur Maußer.

Schließlich hat auch die Witterung noch ein paar Wochen gekostet. Bei Temperaturen unter drei Grad hätten keine Kabel verlegt werden dürfen. "Es kam einiges zusammen", sagt Jochen Baur, der jetzt jedoch hofft, dass die Sanierung vollends zügig über die Bühne geht. Bis zur Sonnenhalde sei nun die erste Asphaltschicht aufgebracht, "so dass die Anwohner wieder auf ihre Grundstücke fahren können", sagt Bauamtsmitarbeiter Dieter Grenz.

In der kommenden Woche soll es nun mit Hochdruck an den letzten Abschnitt von der Sonnenhalde bis zum Wald gehen. Während der Osterferien wird die Krapfenreuter Straße dort für zwei Wochen gesperrt, "das ermöglicht es uns, beim Einbau der neuen Wasserleitung richtig zu klotzen", sagt Grenz. Anschließend werde bei halbseitiger Sperrung weitergearbeitet. Im Bauamt hofft man, dass die Sanierung der Straße spätestens Mitte Mai abgeschlossen ist.

Grundlegende Instandsetzung

Komplettsanierung Die Krapfenreuter Straße wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut. Die 700 Meter lange Strecke wird derzeit komplett saniert, inklusive sämtlicher Leitungen. Auch die Gehwege werden neu gestaltet und gepflastert, ebenso wird das Parken neu geordnet.

Millionenprojekt Die Kosten für das gesamte Vorhaben wurden mit 1,6 Millionen Euro veranschlagt.

Wasser Im Zuge der Neukonzeption der Wasserversorgung müssen die neuen Leitungen integriert werden. Voraussichtlich in der Woche nach den Osterferien muss laut Bauamt im Bereich Krapfenreuter Straße einen Tag das Wasser abgestellt werden.