Stadtgeschichte Rundgang über den alten Göppinger Friedhof

Stadtführerin Margit Haas hatte an den Gräbern des alten Friedhofs  spannende Geschichten zu erzählen.
Stadtführerin Margit Haas hatte an den Gräbern des alten Friedhofs  spannende Geschichten zu erzählen. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Mona Abdel Aal 17.08.2018

Pünktlich nach dem Sechsuhrläuten begann am Mittwochabend  die eineinhalbstündige Führung über den „alten Friedhof“ vor dem Hauptportal der Oberhofenkirche. Viele der 30 Teilnehmer waren nicht zum ersten Mal bei den stadtgeschichtlichen Erkundungen von Geschichtsverein und Stadtarchiv dabei. Zu ihnen gehört Elke Kraus: „Mich interessiert die Geschichte der Stadt. Wenn man die kennt, sieht man die Stadt mit anderen Augen.“ Je mehr man über die Stadt wisse, desto aufmerksamer nehme man alles wahr. Und weiter: „Ich laufe jetzt mit offenen Augen durch die Stadt.“

Bei der Führung am Mittwoch zeigte die Stadtführerin Margit Haas, welche Geschichten sich hinter den Grabmonumenten einiger bekannter Göppinger Bürger, deren Namen einem aus der Stadtgeschichte bekannt sein könnten, verbergen. Inspirieren ließ sich Margit Haas hierbei von dem Buch „Der alte Friedhof an der Oberhofenkirche“ von Inge Berge und Ursula Frieß, das alle Gräber als Fotos samt einer Beschreibung der Inschriften enthält.

Die Führung begann mit einem Gedicht von Marcus Röhling über Geschichten, die einem Steine zu erzählen hätten. „Könnten diese Steine hier reden, hätten sie einiges zu erzählen“, meint Haas. Sämtliche Göppinger Bürger fanden viele Jahre auf dem alten Friedhof ihre letzte Ruhe, doch aus Platz- und Hygienegründen fand 1903 die erste Bestattung auf dem neuen Friedhof an der Hohenstaufenstraße, der damals außer­halb der Stadt lag, statt.

Eine wichtige Person, die noch auf dem „alten Friedhof“ bestattet wurde, war Dr. Friedrich von Hartmann. An seinem Grab beginnt an diesem Abend die Führung. Der 1851 gestorbene Arzt und Naturforscher sorgte für die Errichtung eines Krankenhauses in Göppingen, das damals in der Bleichstraße stand. Als Ehrenbürger der Stadt, der später auch noch geadelt wurde, setzte er sich stark für Typhuskranke ein. Sein Krankenhaus besaß vier Krankenzimmer, die sogar  beheizbar waren, was zur damaligen Zeit nicht üblich war. Der Aufenthalt war für die Kranken kostenlos, damals finanzierten noch die Arbeitgeber den Krankenhausaufenthalt. Als sich der engagierte Arzt selbst infizierte, schickte der König von Württemberg seinen Leibarzt, der Hartmann wieder heilen konnte.

Doch Hartmann ist bei weitem nicht der Einzige, über den die Stadtführerin spannende Geschichten zu erzählen hatte. Von Constantin Hang und Friederike Wackler über Heinrich Berner bis zu Georg Christian Phillip Seefrid lernten die Teilnehmer an diesem Abend, wie diese Menschen die Stadt veränderten und zu dem machten, was sie heute ist.

Mona Abdel Aal

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