Hohenstaufen Rundgang mit Zeitzeugen

Das Interesse am Dorfspaziergang durch Hohenstaufen war groß. Die Teilnehmer unternahmen eine rund zweistündige Reise in die Vergangenheit.
Das Interesse am Dorfspaziergang durch Hohenstaufen war groß. Die Teilnehmer unternahmen eine rund zweistündige Reise in die Vergangenheit. © Foto: Wolfgang Rapp
Hohenstaufen / SWP 23.08.2018
Beim „Sommer der VerFührungen“ tauchten die Teilnehmer bei einem Rundgang durch Hohenstaufen ein in längst vergangene Zeiten.

Beim Sommer der Ver-Führungen machten die Teilnehmer einen historischen Spaziergang durch Hohenstaufen. Das Interesse war so groß, dass es eine Warteliste gab. Die Idee zu diesem Rundgang hatte Rüdiger Wolff vom Manuela-Kinzel-Verlag. Er sprach Wolfgang Rapp an, der vor Jahren ein Heimatbuch über Hohenstaufen im Kinzel-Verlag herausgegeben hatte. Rapp wählte zwei Urstaufener als Zeitzeugen für den Gang durchs Dorf aus. Mit Christel Holz und Siegfried Link wurden zwei Referenten gewonnen, die sich bestens in der „Welt der Staufener“ nach dem Zweiten Weltkrieg auskennen, teilen die Veranstalter mit.

Die Mutter von Christel Holz, Frida Spindler, trug die Post aus, und die kleine Christel musste helfen und kam so in jedes Haus. Siegfried Link, der pensionierte Lehrer, ist historisch an seinem Heimatort sehr interessiert und hat eine umfangreiche Materialsammlung zur Geschichte des Dorfes Hohenstaufen.

Der Gang durchs Dorf begann an der ehemaligen Molke, bei der Galerie Stauferland, Pfarrgasse 5, und ging die Stolpergasse (Pfarrgasse) hoch  bis zum Pfarramt, wendete beim Doku-Raum und ging die Kaiserbergsteige wieder hinunter bis zur Grabengasse. Das Vorbereitungsteam hatte rund 20 Gebäude, Straßen und Plätze ins Programm aufgenommen. Gleich bei der Molke wurde über die innere und äußere Schmiede, einige Häuser weiter über „Rasieres-Haus“ und den „Kübel-Schumacher“ berichtet. Die Teilnehmer gingen voll mit, und oft wurde gesagt: „Des war mei Opa oder mei Oma oder mei Urgroßvater oder mei Dote.“

Der Scheitelpunkt des Dorfspaziergangs war das neue Pfarrhaus, der Doku-Raum, die Barbarossa-Kirche, das Kriegerdenkmal, die alte Schule und die neue Kirche. Stolz bekannte sich Siegfried Link dazu, dass er in dieser „Hochschule“ acht Jahre eine gute Bildung genossen habe. Er skizzierte auch die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes, die Privilegien als freies Reichsdorf und den bedeutenden Marktort. Der soziale Charakter des Ortes nach der Stauferzeit war seiner Meinung nach geprägt durch die Nebenerwerbslandwirtschaft und ein Handwerk beziehungsweise seit der Industrialisierung eine Arbeitsstelle in Göppingen.

Vom Oberdorf ging es die Kaiserbergsteige wieder abwärts, vorbei ans „Herba-Haus“, heute Haus Munz, wo es früher einen Kiosk gab, in dem es unter anderem selbstgemachtes Eis aus Ziegenmilch und „Wäffala“ gab. Christel Holz plauderte aus dem „Nähkästle“, das sie mitbrachte und als Kind geschenkt bekommen hatte und noch immer in Ehren hält. Sie wusste aus eigener Erfahrung, dass manches Kind sein Opfergeld für die Kinderkirche am Kiosk ausgegeben hat.

Außerdem konnte sie zwölf Gaststätten samt den Familiengeschichten von Hohenstaufen aufzählen. Das Lehrerhaus, Bäckerei Nothardt, Herr Seitz mit seinen Pferden, Villa Fröhlich und der Amerikaner Kurt, Brachers Haus, das Gemeindehaus mit Farrenstall und der Farrenwärter Hamelan oder das Schwesternhaus waren Thema. Der Rundgang endete in der Grabengasse im Haus Holz, wo es in der Garage ein Vesper, Hefekranz und Honig gab.

Hier geht’s zum Dossier mit weiteren Folgen.

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