Göppingen Ruhige Kugel, flinke Hand

Da, wo der rote Ball liegt, ist das Ziel der Boule-Spieler.
Da, wo der rote Ball liegt, ist das Ziel der Boule-Spieler. © Foto: Sabine Ackermann
Göppingen / SABINE ACKERMANN 27.07.2015
Zur Sommerzeit grassiert im Oberhofenpark der Boule- Virus. Zum 11. Mal richtete der Verein "Freunde Göppingen-Pessac" die Boule-Stadtmeisterschaft mit Teilnehmern zwischen 12 und 92 Jahren aus.

"Reinhard, geh mal aus dem Weg", ruft der Mann am Spielfeldrand und hebt die Hand mit der glänzenden Kugel zum Wurf. Schließlich geht es um die Boule-Stadtmeisterschaft Göppingen, und da ist volle Konzentration gefragt.

Mitunter versammeln sich einzelne Spieler rund um eine Handvoll 650 bis 800 Gramm schwerer Stahlkugeln, die möglichst nahe an der leuchtend roten oder grünen, zuvor ausgeworfenen sowie bedeutend kleineren Zielkugel liegen sollten. Zwar geht es auf dem Boule-Platz beim Kampf um die Nähe zum "Schweinchen" (cochonnette) ziemlich locker und friedlich zu, dennoch gibt es Regeln. Manchmal geht es so knapp her, dass nach vorherigem Beäugen und Diskutieren schließlich von Gerald Jantschik doch noch nachgemessen werden muss. Zur Sicherheit oder aus Neugierde schaut ihm der ein oder andere dabei gern über die Schulter.

Wie der Titel "Göppingen-Pessac-Open" verrät, ist es ein offenes Turnier, bei dem gleichwohl Nichtmitglieder, Jung und Alt, Mann und Frau herzlich willkommen sind. Ganz nach dem Motto: Die einfachen Spiele sind oft die spannendsten, zählt Spielleiter Gerald Jantschick 16 Teilnehmer von 12 bis 92 Jahren. Die Mannschaften werden ausgelost und in Doublette-Teams eingeteilt, acht kommen ins Halbfinale, vier ins Finale, am Ende stehen zwei Sieger fest.

Wichtig sind die Körperhaltungen und Bewegungsabläufe sowie diverse Wurftechniken, die man beherrschen sollte, um auf unterschiedliche Spielsituationen optimal reagieren zu können. Allerdings ist auch beim Boule noch kein Meister vom Himmel gefallen, weiß Marvin Störl. Der Zwölfjährige stellt sich ganz gut an, ist ein ernst zu nehmender Gegner. Heuer landete er im Mittelfeld. "Im letzten Jahr war ich weiter vorne mit dabei, musste dann das Turnier leider vorzeitig beenden. Ich mag das einfach. Das ist mal was anderes, als wie beim Fußball einfach drauf zu bolzen, beim Boule muss man sich mehr konzentrieren", sagt der Schüler.

Info Die Ergebnisse des Turniers: Erster Platz: Gerhard Fischer und Reinhard Otto, zweiter Platz Frank Störl und Manfred Kästner. Die drei Damen kamen nicht in die Wertung. Am kommenden Mittwoch treffen sich junge Senioren über 60 ab 19 Uhr zum Boule-Spiel im Oberhofenpark. Jeder, der will, kann einfach mal unverbindlich vorbeikommen.

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