Schon in den 70er Jahren dachten die Markungsgemeinden Schlat und Süßen an die Radfahrer. Damals verbanden sie Erdwege, die es im Schlater Wald gab, zu einem durchgängigen Radweg. Seither hat nicht nur der Zahn der Zeit daran genagt. Immer wieder rumpelten Lkw auf den sensiblen Schotter und zerdrückten ihn. Auch die Wassergräben mussten wieder hergerichtet werden. Glücklicher Umstand: Die Forstverwaltung konnte hangabwärts Privatwald dazukaufen, so dass die Wasserableitungen in ihrem Revier bleiben.

„Der Freizeitverkehr ist hier hoch“, weiß Förster Erich Staib. Radfahrer und Jogger schätzen den zwei Kilometer langen Weg parallel zur Straße Schlat-Süßen. Jetzt soll er auch ein roter Teppich für Touristen werden, die in Süßen auf die Obstroute gehen. „Denen können wir keine schlechte Strecke anbieten“, findet der Verkehrsplaner des Kreises, Jörg-Michael Wienecke. Außerdem will er die Strecke in das künftige Landes-Radwegnetz einbringen, das für Pendler und Alltagsradler gedacht ist. Zusätzlich zur Filstal-Achse. Wienecke denkt an eine Verbindung in den Kirchheimer Raum. „Wir sind da ein bisschen vorausgeprescht“, verrät er. Die Bedeutung des Rads werde noch zunehmen. „Das Elektrorad ist fast schon ein Volksrad.“

Ein bisschen Bauchweh macht den Planern allerdings, dass der Radweg am Ausgang des Waldes nach Süßen die Straße quer. „Da wird sehr schnell gefahren“, sagt Staib. Es gab Überlegungen, den Radweg auf die andere Straßenseite zu verlegen. Aber das hätte 70.000 bis 90.000 Euro gekostete, so Staib, und die Weiterführung bis Schlat wäre unklar. Der Süßener Schultes Marc Kersting denkt mehr an eine Unterführung. Wienecke sähe bei einer Einstufung der Strecke als Landesradweg auch „ganz andere Fördermöglichkeiten“. Aber das ist Zukunftsmusik: „Wir haben eine Lösung für dieses Jahrzehnt.“ Klarkommen müssen die Radler mit Kipp-Pfosten, die an einzelnen Abschnitten der Waldstrecke stehen. Der ADFC sehe so etwas wohl kritisch, sagt Wienecke. Aber man müsse verhindern, dass Lkw trotz Verbot auf den Radweg fahren. „Wir wollen ihn nicht alle zwei Jahre sanieren“, so Wienecke.