Göppingen Ronald schwer im Verzug

 
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Göppingen / REINHARD KRÖTZ 20.08.2015
Folge 3: Die NWZ-Zeitungsente Ronald findet endlich eine grüne Oase mit - kaum zu glauben - richtigen Menschen.

Nach dem Grauen endlich eine grüne Oase mit - kaum zu glauben - richtigen Menschen. Zeitungsente Ronald sitzt im Oberhofenpark zufrieden auf einer Bank, blinzelt in die Sonne und ist jetzt wieder froh, dass er der arroganten Stockentenbrut an den Filsterrassen beim Christophsbad demonstrativ den knallgelben Rundrücken gekehrt hat.

Interessiert verfolgt der aufgeblasene Erpel das Geschehen direkt vor seinem Schnabel. Wobei das Wort Geschehen ziemlich übertrieben ist. Angestrengt starren zwei Menschen auf die schwarz- weißen Fliesen, auf denen eigentümliche schwarze und weiße Figuren stehen. Plötzlich schnappt der eine völlig überraschend eine Figur des anderen, stellt sie ins Abseits und ersetzt sie durch eine eigene. Alle Blicke richten sich nun gespannt auf den Gegenspieler. Doch Fehlanzeige. Schon wieder tote Hose. Ronald versteht die Menschen-Welt nun gar nicht mehr. Er als aufgeblasener Erpel hätte sich das nicht so einfach gefallen lassen. Wie würde sein Onkel Rupert erpelseits jetzt in Erinnerung an seine ostpreußische Entenverwandtschaft sagen: "Wenn dich dem Leben tritt, tritt zurück."

Die Zeitungsente fühlt sich langsam richtig matt. Trotzdem versucht Ronald angestrengt, hinter den tieferen Sinn dieses Spiels zukommen, das so viele hier in Schach hält. "Wer ist am Zug?", fragt ein Mensch, der sich zu den anderen Zuschauern gesellt. Da dämmert's dem Erpel wie aus heiterem Himmel: "Na klar, unregelmäßige Züge, lange Wartezeiten, Personal auf dem Abstellgleis - die spielen 'DB: Wir verstehen Bahnhof'." Diese Erkenntnis ist für Ronald endgültig das Signal zum Abdampfen. Vielleicht auf einem rauschenden Bach? Mehr wird in der nächsten Folge verraten.