Kinderuni Ritter waren Thema bei der Kinderuni

Professor Jörg Peltzer, Historiker an der Universität Heidelberg, sprach an der Kinderuni über Ritter.
Professor Jörg Peltzer, Historiker an der Universität Heidelberg, sprach an der Kinderuni über Ritter. © Foto: Constantin Fetzer
Göppingen / Constantin Fetzer 14.12.2018

„Waren die Ritter Raufbolde oder Helden?“ Das fragte sich Professor Jörg Peltzer, Historiker an der Universität Heidelberg, mit den Nachwuchs-Studenten bei der Kinderuni am Campus Göppingen der Hochschule Esslingen. So richtig konnte er die Frage nicht lösen. Das sei selbst zu jener Zeit, als die Ritter im Mittelalter lebten, nicht einfach zu beantworten gewesen.

Wie schwer ist es also, dem 1000 Jahre später auf den Grund zu gehen? Doch er hat seine Zuhörer auf eine Zeitreise eingeladen: „Wie sollte ein Ritter sein?“, fragte er die Kinder, die zwischen acht und zehn Jahre alt sind. Da hatten die jungen Studenten freilich viele Ideen und Ideale, wie der Ritter als Held sein sollte. So, wie sie es aus Büchern und Filmen kennen.

Der Wissenschaftler versuchte es mit einem Vergleich zum Fußball: Ein erfolgreicher und beliebter Fußballer muss gut spielen und viele Tore schießen, dabei Teamplayer sein und auch zu den Fans immer freundlich. So sei es bei den Rittern auch gewesen: Die Traumvorstellung war einst, dass Ritter erfolgreicher Kämpfer sein sollen – im Sinne der Kirche und im Sinne der ärmeren Bevölkerung. Ein „guter“ Ritter also.

Nicht alle waren freundlich

So wie bei den Fußballern es jedoch nur wenige Stars gibt, so war es wohl auch bei den Rittern, dass eben nicht alle so erfolgreich und freundlich waren, wie sie hätten sein sollen. Manche waren bei Ritterturnieren erfolgreich, manche nicht ganz so. Auch hier wieder die Parallele zum Fußball. Dass das Leben damals durchaus schwieriger war und der Kampf mit Lanze hoch zu Ross durchaus hat zum Tode führen können, ist ein historischer Fakt.

Viele historischen Zusammenhänge hat der Wissenschaftler mitgebracht – manchmal etwas schwere Kost für die jungen Teilnehmer, die immer wieder nachfragten: „Warum will man denn Ritter werden, wenn man dabei sterben kann?“, wollte einer wissen. Der Wissenschaftler bemühte wieder den Sport: „In der Formel eins ist das Risiko zu sterben auch da – aber viele machen es trotzdem.“

Kein einfaches Thema

Geduldig beantwortete der Historiker die Fragen der Kinder und versuchte, die Mittelalter-Geschichte kindgerecht nachvollziehbar zu machen. Doch Professor Jörg Peltzer hat eben kein einfaches Thema mit nach Göppingen gebracht und in einer durchaus anspruchsvollen Vorlesung das Leben der Ritter im Mittelalter den Kindern aufgezeigt.

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