Schwimmen Rekordflut beim 24-Stunden-Schwimmen

Göppingen / ROLF BAYHA 18.10.2015
Beim 24-Stunden-Schwimmen des Göppinger Lions Clubs wurden in den Barbarossa-Thermen alle Rekorde gebrochen. 343 aktive Schwimmer, so viele wie noch nie zuvor, gaben am Wochenende ihr Bestes.
Begeisterung rund um die Uhr herrschte bei allen Beteiligten des 24-Stunden-Schwimmens, das am Wochenende zum achten Mal vom Göppinger Lions-Club in den Barbarossa-Thermen veranstaltet wurde. 200 Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Ausdauer-Events. Triathlet Thomas Braun vom Tri-Team Staufen fühlte sich nach seiner Rekordleistung „total platt“, war mit dem Ergebnis aber sichtlich zufrieden. 24 Stunden hatte er auf der 25-Meter-Bahn alles gegeben, um den bisherigen Rekord von 65 Kilometern zu brechen - am Ende schaffte er 70 Kilometer. Nur wenige Male hatte er kurzfristig das Wasser verlassen, um etwas zu essen oder zur Toilette zu gehen.

Carina Wießmeier vom Warmduscher-Wasserballer-Team war mit Ambitionen auf den Sieg aus Schwabach angereist und konnte mit 53,5 Kilometern, 2,3 Kilometer über der bisherigen Rekordmarke, ihr Ziel verwirklichen. Auch mit ihrer Vierer-Mannschaft lieferte sie mit 151.850 Metern einen neuen Rekord ab.  

Zufrieden zeigte sich Lions-Präsident Gernot Imgart: „Die tolle Atmosphäre und die gute Stimmung bei den Kindern und Jugendlichen begeistern mich sehr“. Pünktlich auf die Sekunde hatte er mit Göppingens Stadtoberhaupt Guido Till am Samstag um 17 Uhr nach dem Countdown die sechs 25-Meter-Bahnen freigegeben. Zu Bryan Adams` „Run To You“ - gespielt vom Göppinger Radiosender Fips - zogen die ersten Schwimmer ihre Bahnen.

Spaß und Charity

Die Teilnehmer zeigten alle Schwimmtechniken, von Freistil über Brustschwimmen  bis hin zum Schmetterlings-Stil. Jung und Alt, Einzelstarter, Mannschaften, Familien und Schulklassen hatten sich zum Ziel gesetzt, die Spendenkasse der Lions gut zu füllen. So auch Sylvia Witzelmaier aus Gingen, die zum zweiten Mal dabei war. „Spaß und Charity sind meine Motivation“, sagte die Hausverwalterin der Holzheimer Grundschule. Die auf Pollen allergische Frau genoss das für sie „optimale Klima“ in den Thermen. 10.000 Meter hatte sich die 51-Jährige zum Ziel gesetzt, das sie mit 13.100 Metern sogar übertraf.     

Seine Freude am Schwimmen zeigte auch der sechsjährige Jakob Sanwald aus Wäschenbeuren und strahlte mit Vater Ulrik um die Wette. Erst vor vier Monaten hatte der Junge das Schwimmen erlernt und legte ganz konzentriert Meter um Meter zurück. Schon nach einer Dreiviertelstunde hatte er die Bronzemedaille in der Tasche, die zur Belohnung nach 1000 Metern vergeben wird. Am Sonntag stieg der Sechsjährige nach 100 Bahnen (2500 Meter) aus dem Wasser. Sein Vater Ulrik Sanwald, der früher ambitionierter Schwimmer war, hatte mit 10.000 Metern die Goldmedaille im Visier, die er sich nach 12.200 Metern auch zufrieden umhängen konnte.

Zu Queens` „We are the Champions“ ging bereits nach einer Stunde die erste Siegerehrung für den NWZ-Starter-Cup über die Bühne und Peter Jäkle (4300 Meter), Thomas Braun (4250) und Martin Heneke (3400) freuten sich über die Preise.

Im gelben DLRG-Hemd stand Michael Klutzky am Beckenrand, der mit einem Team rund um die Uhr die Augen ins Wasser gerichtet hielt, um den Schwimmern Sicherheit zu vermitteln. Der technische Leiter der Ortsgruppe Faurndau war bereits das achte Mal dabei. „Gott sei Dank mussten wir noch nie Hilfe leisten“, sagt der Rettungsschwimmer, der für die Einteilung der DLRG-Ehrenamtlichen verantwortlich ist.

„Auf den 24-Stunden-Lauf folgt das 24-Stunden-Schwimmen“, meinte Claudio de Santis, der als Triathlet des AST Süßen zu den ambitionierten Sportlern gehört. Den Uhinger 24-Stunden-Benefizlauf spürte er noch zwei Wochen in den Gliedern, hatte aber schon wieder genügend Kraft für das Schwimmen getankt, um gemeinsam mit einer Mannschaft, der TSG Eislingen, wieder für eine gute Sache zu kämpfen. Besonders stolz zeigte er sich über seine Siege in der Nacht beim Radio Fips- und beim Filstalwelle-Cup. Zur Halbzeit um fünf Uhr morgens präsentierten sich Felix Ogriseck von Radio Fips und Timo Czerwonka von der Filstalwelle in Hochform. Sie moderierten am Sonntag im Duett und sorgten für Stimmung, die von den nur knapp 20 Schwimmern in den frühen Morgenstunden gerne angenommen wurde. Einige hatten sich auf die Liege zurückgezogen, um bei Rockmusik Energie für weitere Kilometer zu sammeln.   
       
Gar nicht müde fühlte sich Justin Böttinger. Der Zehnjährige war mit seiner Schwester zum Event aus Neuhausen angereist und verkündete mit Stolz, 1100 Meter beim Radio Fips-Cup zurückgelegt zu haben.     
Erst um ein Uhr ins Wasser gestiegen war die neunjährige Alisa Schindler aus Salach. „Wir waren um 20 Uhr bereits da, konnten aber wegen des starken Andranges nicht teilnehmen“, begründete Vater Andreas den späten Start seiner Tochter, die im Schwimmen eine Leidenschaft gefunden hat und am Ende mit 10.800 Metern ein glänzendes Ergebnis ablieferte.     
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