Uhingen/Ebersbach Protest auf dem Schnapsbuckel

Über Wochen hinweg sollen große LKW durch schmale Ortsstraßen für den Bau eines Wasserhochbehälters für Ebersbach fahren.
Über Wochen hinweg sollen große LKW durch schmale Ortsstraßen für den Bau eines Wasserhochbehälters für Ebersbach fahren. © Foto: Margit Haas
Uhingen/Ebersbach / MARGIT HAAS 09.08.2012
Die Diegelsberger sind beunruhigt. Sollen doch über Wochen hinweg große Lastwagen durch schmale Ortsstraßen für den Bau eines Wasserhochbehälters für Ebersbach fahren. Jetzt formiert sich Widerstand.

Bilder sagen manchmal mehr als tausend Worte. Das Foto eines 40-Tonners, der gerade so zwischen zwei Gebäuden im Ebersbacher Weg in Uhingens Stadtteil Diegelsberg hindurch passt, ist spektakulär und lässt ungefähr erahnen, welche Aufregungen auf die Bewohner des "Schnapsbuckels" zukommen könnten, wenn der Verkehr zur Baustelle eines neuen Wasserhochbehälters für Ebersbach durch die Diegelsberger Straßen geführt werden würde.

"Diese Schnapsidee finden wir nicht lustig", sagt das Ehepaar Bach im Namen der Anwohner des Ebersbacher Wegs. Vor allem ärgert sie, dass sie von den Plänen der Nachbarstadt "aus der Zeitung erfahren haben. Die Information über das Vorhaben im Mitteilungsblatt der Stadt Uhingen war zwei Zentimeter hoch", schimpfen sie. Und so war das brisante Thema von den meisten Diegelsbergern zunächst gar nicht wahrgenommen worden.

Jetzt allerdings formiert sich Widerstand, befürchten die Diegelsberger doch nicht nur Schäden an ihren Gebäuden, sondern auch am Ebersbacher Weg selbst. Denn dieser "befindet sich auf einem extremen Rutschgebiet mit Knollenmergel als Untergrund", berichtet das Ehepaar. Ein entsprechendes geologisches Gutachten liege vor. Es bestehe also die Gefahr, dass "sämtliche lebensnotwendige Versorgungsleitungen für Strom, Wasser, Abwasser und Telefon, die im Weg verlaufen, grundlegend beschädigt werden könnten". Damit haben sie bereits Erfahrungen. Nach einem Kabelbruch der Telefonleitung mussten sie sechs Wochen auf eine Reparatur warten.

Die Diegelsberger fordern deshalb, dass der Baustellenverkehr zum Bau des Wasserhochbehälters über Ebersbacher Gemarkung geführt werden muss. Dass es dort noch gravierendere Engstellen als in Diegelsberg geben soll, entspreche nicht den Tatsachen. "Auf der Zufahrt von Ebersbach her kommen zwei Pkw problemlos aneinander vorbei. Hier in Diegelsberg nicht." Und sollten in Ebersbach tatsächlich zwei Bäume gefällt werden müssen, wäre das für die Diegelsberger - verglichen mit den Folgen, die sie befürchten - das weitaus kleinere Übel. Wie eng es in Diegelsberg zugehe, habe ein Feuerwehreinsatz Anfang Juli gezeigt. Die Pläne der Nachbarstadt wollen die Anwohner des Ebersbacher Weges nicht hinnehmen. Vielmehr erwarten sie nun volle Unterstützung von Uhingen. Sie sind dabei, eine Bürgerinitiative zu gründen und würden auch vor einer Klage nicht zurückschrecken.

Stadt Uhingen will Vereinbarung mit Ebersbach

Der Bau des Hochbehälters ist Teil der Erneuerung der Ebersbacher Wasserversorgung. Er wird vier marode Behälter ersetzen. Mit dem Bau wird im Frühjahr des kommenden Jahres begonnen. Bürgermeister Matthias Wittlinger hat zugesagt, mit seinem Kollegen Sepp Vogler eine Vereinbarung auszuhandeln. Darin soll geregelt werden, dass nicht nur Straßenschäden, sondern auch die an Kanälen und der Wasserleitung und insbesondere an den Gebäuden entlang der Zufahrt zum Hochbehälter von der Stadt entschädigt werden. Der jeweils jetzige Zustand werde durch entsprechende Gutachten ermittelt werden.

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