Festival Proben zum Kindermusical beim Sommerfestival

Keine indianische Totem-Maske trägt Pia Kirchgässner hier bei der Musical-Probe im Blumhardthaus. Pia spielt den Hund Bello. Dessen Anstrengung, ersichtlich an der heraushängenden roten Zunge, sieht man der Hauptdarstellerin bislang aber noch nicht an, sie wirkt doch recht entspannt.
Keine indianische Totem-Maske trägt Pia Kirchgässner hier bei der Musical-Probe im Blumhardthaus. Pia spielt den Hund Bello. Dessen Anstrengung, ersichtlich an der heraushängenden roten Zunge, sieht man der Hauptdarstellerin bislang aber noch nicht an, sie wirkt doch recht entspannt. © Foto: Sabine Ackermann
Göppingen / Sabine Ackermann 19.07.2018

Mädels, ich hör euch“, sagt Gerald Buss. Erwischt! Sofort verstummen die drei herumalbernden Mädchen. Sie wissen: während der Spielszenen haben die Chorkinder Pause. Allerdings ist der kleine Plausch unter Freunden eine Ausnahme: Die etwa 80-köpfige Kinderschar – darunter etwa 50 Darsteller mit 10 Sprechrollen – sind ausgesprochen ruhig, brav und konzentriert. Nur noch wenige Tage bis zur Aufführung, da zählt am drittletzten Probentag jede Minute. Denn wie bei jedem Auftritt legt Buß, der musikalische Leiter des Sommerfestivals auf Schloss Filseck, auch beim Familienmusical großen Wert auf Präzision und Spielfreude.

Ob es wohl daran liegt, dass „Herr Bello und das blaue Wunder“ bereits bei der Premiere 2008 in Anwesenheit des Kinderbuchautors Paul Maar und des Komponisten Konstantin Wecker ein Riesenerfolg war? Zehn Jahre später sitzen die Texte, und trotz neuer Besetzung bedarf es nur hier und da noch des Feinschliffs.

Während Gerald Buss das Spielgeschehen hinter seinem Klavier verfolgt, macht es sich Beryl Pallasch auf dem Boden „bequem“. Fast durchweg auf den Knien verfolgt die Regisseurin jede Szene, konzentriert wandert ihr Blick vom Skript zu den jungen Mimen und wieder zurück. Halten sich Max, Frau Lichtblau oder Herr Bello an das Drehbuch? Sprechen sie zu leise, zu laut oder gar verwaschen? Dann meldet sich „Herr Sternheim“ zu Wort, bis dato habe er das aber immer so gespielt. „Okay, Entschuldigung, mein Fehler. Noch mal für mich diese Szene“, gesteht die Regisseurin ihren Schnitzer ein. Gut, dass man darüber reden kann – es läuft. Zwischendurch steht sie auf, prüft die Position der jungen Mimen und rückt gegebenenfalls „kleine Quersteher“ ins rechte Licht. „Denkt bitte daran, dass ihr dem Publikum nicht den Rücken zudreht“, mahnt Beryl Pallasch immer wieder. Ist aber auch jede Menge, an was man als Schauspieler denken muss. Wortlaut, Betonung, Mimik, Gestik und dann noch im Blumhardthaus sich die Festival-Bühne auf Filseck oder (bei Regen) in der Bürenhalle vorzustellen – gar nicht so einfach.Rundum verteilt, kümmert sich das bewährte und mit neuen Helfern aufgestockte Team um Requisiten, Kostüme oder Einsätze der jeweiligen Schauspieler. Heuer leider nicht dabei sind die Gardezwerge aus Wäschenbeuren. Dafür schnuppert Katrin Stegmaiers dreieinhalb Monate altes Töchterchen Marla erstmals Theaterluft. Die Choreografin, die vor ihrer Heirat auf den Namen Stange hörte, kann in puncto „Babysitting“ aus dem Vollen schöpfen. Dann ist verdiente Pause, die Akkus müssen aufgeladen werden. „Wenn ihr jetzt esst und trinkt, ganz wichtig, bitte auf die Kostüme aufpassen“, trichtert Regina Zeiler-Millig den Akteuren ein. Die Regieassistentin, die obendrein für die Kostüme zuständig ist, plaudert buchstäblich aus dem Nähkästchen: „Bellos Fell war davor ein Affe aus dem Dschungelbuch“, berichtet sie.  Und die schmucken Dirndl der Kellnerinnen konnten per Zufall privat organisiert werde. Auch das zeichnet das Festival-Team aus: ehrenamtlich, nachhaltig und überaus kreativ kostensparend zu Werke gehen.

Info Beide Aufführungen finden am 23. Juli um 10.30 Uhr und um 19.30 Uhr im Schlosshof auf Schloss Filseck statt, bei schlechtem Wetter in der Bürenhalle in Wäschenbeuren.

Kartenvorverkauf für Filseck läuft

Tickets Karten für die zehn Konzerte des Sommerfestivals, darunter auch die beiden Musical-Aufführungen am Montag, können von Montag bis Freitag zwischen 9.30 und 11 Uhr sowie mittwochs zwischen 19 und 20.30 Uhr unter Tel. (07161) 503 14-05 auf Schloss Filseck bestellt werden. In der Festivalwoche ist das Kartenbüro dann montags bis samstags zwischen 9 und 11 Uhr geöffnet. Online können Karten unter www.schloss-filseck.de geordert werden.

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