PRO: Kinder wollen lernen

CHRISTINE BÖHM 03.03.2012

Schlürfen, schmatzen und die Eltern beim Gespräch unterbrechen? Was Kinder gerne machen, ist den meisten Erwachsenen ein Dorn im Auge. Gerade beim Essen im Restaurant, vielleicht noch bei einem feierlichen Anlass, sollten sich auch Kinder benehmen können.

Doch Manieren fallen nicht vom Himmel. Eltern müssen sie vorleben, damit der Nachwuchs das Verhalten übernehmen kann. Wo das im Alltag nicht gelingt, können Außenstehende helfen. Ein Knigge-Kurs für Kinder ist also eine gute Möglichkeit, um spielerisch zu lernen, worauf es ankommt.

Gutes Benehmen darf gerade in einer Zeit, in der von Werteverfall gesprochen wird, kein lästiges Relikt sein. Viele Kinder wachsen ohne Regeln, an die sie sich halten müssen, auf. Dabei sehnen sie sich nach Autorität. Wer die Probleme der Ausbildungsbetriebe kennt, weiß, dass Schüler oft nicht wissen, wie man einem Vorgesetzten gegenübertritt. Im Berufsleben zählen nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch so genannte Soft Skills, das Sozialverhalten. Die Spielregeln fürs Leben als Erwachsener können in einem Kurs schon von Klein an vermittelt werden, ohne die Kinder damit unter Druck zu setzen.

Die alte Binsenweisheit "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" ist in Zeiten von Kleinkindförderung wieder aktuell. Dabei sollten Grundschulkinder aber nicht wie Erwachsene behandelt werden. Dass man nicht über den Tisch niest und man zu Fremden Sie sagt, wissen die meisten sicherlich schon. Ein Seminar zur Vertiefung der Kenntnisse kann aber gewiss nicht schaden. Kinder wollen lernen, solange es nicht mit der Trillerpfeife geschieht.