Göppingen Göppinger Stadthalle: Preissprung verschoben

Eine Veranstaltung in der Göppinger Stadthalle. Die Stadt plant eine saftige Mietpreiserhöhung. Wie tief die Veranstalter künftig in die Tasche greifen sollen, wird aber erst später entschieden.
Eine Veranstaltung in der Göppinger Stadthalle. Die Stadt plant eine saftige Mietpreiserhöhung. Wie tief die Veranstalter künftig in die Tasche greifen sollen, wird aber erst später entschieden. © Foto: Carlucci
Göppingen / Margit Haas 12.02.2019
Alles bleibt wie bisher: Annähernd eine Stunde lang wurde in Göppingen über deutlich höhere neue Gebühren für die Stadthalle diskutiert – und dann das Thema vertagt.

Drei Monate vor einer Wahl Gebühren erhöhen? Ob es daran lag, dass eine Vorlage der Göppinger Stadtverwaltung im Gemeinderatsausschuss zurückgewiesen wurde? Das  zumindest mutmaßte Oberbürgermeister Guido Till. Doch der Reihe nach: Seit mehr als einem Vierteljahrhundert zahlen Mieter der Säle und Konferenzräume der Göppinger Stadthalle unveränderte Gebühren. Letztmals waren sie im Jahr 1993 erhöht worden.

Gutachter prüft Gebühren

Jetzt hatte die Stadt einen externen Gutachter beauftragt, der die Gebührensätze der umliegenden Städte betrachtet hatte und dann entsprechende Empfehlungen formuliert hatte. Im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderates stellte Bürgermeisterin Almut Cobet das umfangreiche Zahlenwerk vor. Die Erhöhungen zum 1. Januar des kommenden Jahres würden teilweise erheblich zu Buche schlagen (siehe Infokasten). Für die Beispielveranstaltung, die in der Gemeinderatsvorlage kalkuliert wurde, wären das 70 Prozent. Allerdings nur für gewerbliche Veranstalter. Die Bürgermeisterin betonte ausdrücklich, dass Ende März die Frage der Gebühren für Göppinger Vereine und Schulen separat diskutiert und entschieden werden würde.

Guido Till: „Unser Kölner Dom“

„Die Stadthalle ist unser Kölner Dom. Wenn wir mit Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten hinten fertig sind, können wir vorne wieder anfangen“, sagte Oberbürgermeister Guido Till mit Blick auf die erheblichen Investitionen der vergangenen Jahre, die andauern. „Diese Wertigkeit müssen wir nach außen darstellen.“ Heidrun Schellong (SPD) fand: „Die Erhöhungen sind im Rahmen“. Und auch Christoph Weber (Grüne) zeigte sich mit dem Vorgehen und den Vorschlägen der Verwaltung einverstanden. Er hatte auch kein Problem damit, „vor der Gemeinderatswahl Gebühren zu erhöhen. Für uns gilt vor der Wahl nichts Anderes als danach“.

Nach der Wahl diskutieren

Damit konnten sich SPD und Grüne in der Vorberatung am Ende aber nicht durchsetzen. Auch Wolfram Feifel (Freie Wähler Göppingen) nicht, der zu bedenken gegeben hatte, dass Veranstalter, die langfristig disponieren, bis in den Sommer hinein nicht wüssten, welche Kosten im kommenden Jahr auf sie zukommen werden. Jan Tielesch (CDU) und sein Fraktionskollege Felix Gerber sprachen sich dafür aus, nach der Gemeinderatswahl eine Vorlage zu diskutieren, die die neuen Gebühren für gewerbliche Mieter ebenso regelt wie die Ausnahmetatbestände für Göppinger Vereine und Schulen und konnten sich damit deutlich durchsetzen.

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Vergleich mit den Stadthallen in Nachbarstädten

Die Gesamtmiete für eine Veranstaltung in der Göppinger Stadthalle setzt sich aus vielen Komponenten zusammen:  von der Grundmiete über Zeitzuschläge und Veranstaltungstechniker bis hin zur Brandwache.

Nach dem Vorschlag der Verwaltung soll die Grundmiete gleich bleiben, die Raummiete aber künftig für den kompletten Nutzungszeitraum berechnet werden, nicht nur für die Dauer der Veranstaltung.

Personal Das von der Stadt gestellte Personal war bisher kostenlos, die Anforderungen der Veranstalter  und des Gesetzgebers seien aber immens gestiegen, argumentiert die Stadt.

Im Kostenvergleich der Stadtverwaltung lägen die vorgeschlagenen Raumkosten in der Zukunft für eine Beispielveranstaltung fast gleichauf wie in der
Barbara-Künkelin-Halle in Schorndorf, aber
um etwa 17 Prozent über der Stadthalle Eislingen und etwa 60 Prozent unter dem Congress Centrum Schwäbisch Gmünd. woz

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