Konzert Preisträgerkonzert auf hohem Niveau

Clara Mandler (Violine) und Sophie Rauch (Klavier) sorgten für einen eindrucksvollen Auftakt des Preisträgerkonzerts.
Clara Mandler (Violine) und Sophie Rauch (Klavier) sorgten für einen eindrucksvollen Auftakt des Preisträgerkonzerts. © Foto: Tilman Ehrcke
Göppingen / Annerose Fischer-Bucher 06.02.2018

Beide Säle der Göppinger Stadthalle samt Empore waren mit Zuschauern gefüllt, die beim dreistündigen Preisträgerkonzert samt Urkundenverleihungen von Anfang bis Ende begeisterten Beifall spendeten.

Beim 55. Regionalwettbewerb in Baden-Württemberg in den Landkreisen Esslingen, Göppingen und Rems-Murr hatten sich 430 Kinder und Jugendliche angemeldet, von denen 146 Teilnehmer erste Preise mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb im März erreicht haben. Nun konnten einige von ihnen in jungem Alter zwischen 11 und 18 Jahren beimPreisträgerkonzert eine schon glanzvolle Visitenkarte abgeben.

Einen phänomenalen Anfang vor den Grußworten von Oberbürgermeister Guido Till und dem Stellvertreter des Landrats, Jochen Heinz, setzten bereits die elfjährige Geigerin Clara Mandler mit ihrer dreizehnjährigen Klavierpartnerin Sophie Rauch. Mit einem Allegro von Smetanas „Aus der Heimat“ bewiesen sie erstaunliches technisches Können und Musikalität. Schließlich gehöre dazu auch „eine Portion Mut“, wie Stadtmusikdirektor Martin Gunkel bei der Moderation betonte, „sowie Disziplin und Fleiß“.

Schon viel aus ihrem Talent gemacht hat auch die erst zwölfjährige Luisa Marie Oellig am Kontrabass mit einer Marcello-Sonate, vom elfjährigen Jonas Firle am Klavier begleitet. Eine Kuhlau-Sonate auf der Querflöte in galanter Zwiesprache mit dem Klavier überzeugend zu präsentieren, gelang der erst 13-jährigen Hannah Rauch. Aber auch Stücke für Blechblasinstrumente standen auf dem Programm: eine Hummel-Sonate ausdem 20. Jahrhundert für Horn (Leonie Hartle, 17), eine Carl Maria von Weber-Romanze für Posaune (Benedikt Krüger, 17) und ein modernes Konzert für Trompete von Léon Strekke. Horn und Posaune konnten butterweich blasen, in der Tiefe schnarren und dynamisch fein abgestuft agieren.

Der ebenfalls 17-jährige Jón Vielhaber jedoch zeigte sich im virtuosen Trompetenkonzert bereits als Meister mit Raffinement – sein Spiel schien mühelos. Norwegische Tänze, rhythmisch anspruchsvoll, aber auch lyrisch und schwermütig, von Grieg für Klavier zu vier Händen (Lara Köseoglu und Evelyn Temesgen, beide 16), erfuhren schon eine reife Interpretation.

Nach einem schön gespielten Largo aus einem Quintett des Mozart-Zeitgenossen Kraus für Querflöte und Streichquartett (Janneke Berndt, Sarah Höfer, Johanna Gruber, Elena Ruccius, Lea-Marie Ziegler; 17 und 18 Jahre alt) folgte dann ein ungewöhnliches und feuriges Finale von acht Celli und einer Singstimme (Sophia Gottfried, 13 Jahre alt) mit „Bachianas Brasileiras Nr. 5“ von Villa-Lobos.

Annerose Fischer-Bucher