Sicherheit Polizei zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Auch den Hubschrauber konnten die Teilnehmer des „Sommers der Ver-Führungen“ auf dem Gelände des Polizeipräsidiums Einsatz sich genauer anschauen.
Auch den Hubschrauber konnten die Teilnehmer des „Sommers der Ver-Führungen“ auf dem Gelände des Polizeipräsidiums Einsatz sich genauer anschauen. © Foto: Axel Raisch
Göppingen / Von Axel Raisch 15.09.2018

Es ist eine der traditionellen Veranstaltungen seit dem Start der Reihe „Sommer der Ver-Führungen“: Das Interesse an der Führung über das Göppinger Gelände des Polizeipräsidiums Einsatz ist riesengroß. Für viele ist es allerdings immer noch die „Bepo“. Nach wie vor ist auch die Göppinger Einheit der Bereitschaftspolizei dort stationiert. Doch seit der Polizeireform im Jahr 2014 werden alle Spezialeinheiten Baden-Württembergs, welche „zu Lande, im Wasser und in der Luft“ im Einsatz sind, von dort geleitet.

In allen Aspekten der vielfältigen Thematik kenntnisreich führte Pressesprecher Jens Czechtizky über das Gelände, durch die Geschichte der 1936 als Flak-Garnison entstandenen Anlage sowie in die Tätigkeit des Präsidiums ein. Auf einem 90-minütigen Rundgang gab es nicht nur viele Informationen. Viele  Teilnehmer nutzten auch die Gelegenheit, aktuelle Fragen rund um das Thema Sicherheit zu stellen. Auf alle Fragen ging der „Gästeführer“ ein, auch wenn sie mitunter den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Einsatz deutlich überschritten. Lediglich zum Thema SEK musste sich Czechtizky zugeknöpft zeigen und etwa Fragen zur Anzahl der Spezialeinsatzkräfte oder neu entwickelten Spezialeinsatzgeräten unbeantwortet lassen.

Stattdessen gewährte er einen authentischen Eindruck in die Motivlage der dort tätigen Polizisten. Niemand ergreife den Beruf durch Zufall oder Unentschlossenheit. Anderen zu helfen, sich für Staat, Bürger und Gesellschaft einzusetzen, seien die Motivation. Trotz immer schwieriger werdendem Umfeld sei die Anziehungskraft des berufs noch hoch. Nach wie vor rangierten Polizisten beim Ansehen in der Gesellschaft weit vorne.

Überrascht zeigte sich mancher Führungsteilnehmer, dass SEK-Angehörige nicht mehr verdienten als Polizisten gleichen Ranges, die keiner solchen Einheiten angehörten. Lediglich eine Gefahrenzulage gebe es – diese werde jedoch von höheren Versicherungsprämien aufgezehrt, erklärte Jens Czechtizky. Weil die SEK-Leute die Lage oft sehr gut kennen und über eine spezielle Ausbildung und Ausrüstung verfügen, habe es seit Bestehen des SEK noch keinen Beamten gegeben, der im Einsatz ums Leben kam. „Der Streifenpolizist lebt gefährlicher“, sagte Czechtizky. Dieser wisse oft nicht genau, was ihn am Einsatzort erwarte. Gleichzeitig brach er eine Lanze für die Kollegen der Streife, die in Krimis meist unter Wert verkauft würden.

Rund um den zehn Millionen Euro teuren Hubschrauber, der auf dem Hügel namens Rigi steht, sprudelten die Fragen der Teilnehmer nur so. Das Fluggerät aus dem Hause Airbus wurde in Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften des Präsidiums Einsatz entwickelt und damit optimal auf deren Bedürfnisse angepasst, heißt es bei der Führung. Es zählt weltweit zu den modernsten seiner Art. Mit ihm können etwa Personen aus der Luft aufgespürt werden. Eine Tätigkeit, welche die speziell ausgebildeten Hunde, die ebenfalls in Göppingen ausgebildet werden, am Boden erledigen.

Eine Aussage hatten die Besucher wohl nicht erwartet: „Die Küche spielt bei uns eine ganz wichtige Rolle“, betonte Jens Czechtizky. Denn die Verpflegung müsse mehrere Kriterien erfüllen. Sie muss die Einsatzkräfte nicht nur bei Kräften halten, sondern bei oft über viele Stunden gehenden Einsätzen in der 20 Kilo schweren Ausrüstung am Mann zu tragen sein, auch bei Hitze nicht schnell verderben und mitunter auch in einer Nachtschicht bei bevorstehenden Einsätzen vorbereitet werden.

Der Teilnehmer Wilhelm Stöckle aus Adelberg war in den 70er Jahren selbst bei der Bereitschaftspolizei in Göppingen und interessierte sich nun für die Entwicklung, die dort seither stattgefunden hat.

Einmal das Gelände und die Tätigkeit der dort stationierten Polizei aus berufenem Munde hören und anschauen, wollten Ingrid Rapp und Anne Wöhrle. Dafür hatten sich die beiden Frauen aus Hattenhofen extra frei genommen.

Der Vater von Ingrid Rapp war Angehöriger des freiwilligen Polizeidienstes, was bei ihr ein besonderes, detaillierteres Interesse geweckt habe, wie sie sagt, auch wenn man wisse „was die Polizisten alles leisten“. Interessant würde Anne Wöhrle auch einmal eine historische Führung rund um das Gelände finden, welche die Zeit vor und zur Entstehung der „Flak“ beleuchten würde, etwa wie Bauern damals zwangsumgesiedelt wurden.

Wasserwerfer, Hunde, Hubschrauber

Polizei im Blick Am 22./23. September wird beim Landkreisfest ein Wasserwerfer sowie am Samstag die Polizeihundestaffel und sonntags der Hubschrauber an der Werfthalle zu sehen sein.

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