Göppingen/Lorch / WOLFGANG FISCHER  Uhr
Hunderte Tuning-Fans wollen sich Karfreitag mit ihren gestylten Fahrzeugen auf dem Rewe-Parkplatz in Lorch treffen. Allerdings haben sie sich dafür keine Erlaubnis eingeholt - und damit die Polizei auf den Plan gerufen.
„Carfreitag Saisonopening“ - diesen Termin kündigte die Gruppe „Tuningszene Göppingen“ am Donnerstag auf Facebook an. Treffen wollen sie sich an Karfreitag. Problematisch ist allerdings, dass der Besitzer des Supermarktes von nichts wusste. Gehen die Tuning-Fans nun doch dorthin, wäre das Hausfriedensbruch.

Ganz unvorsichtig war die Gruppe nicht. „Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich! Die TSG ist weder Veranstalter noch für irgendwelche Sachen belangbar“, schrieb sie. „Das ist kein offizielles Treffen, nur ein zufälliges Aufeinandertreffen der Leute.“ Dennoch riefen sie dazu auf, sich zu benehmen "und den eventuell anfallenden Müll ordnungsgemäß zu entsorgen“.

Die Ankündigung stieß auf immenses Interesse bis hin nach Frankfurt. Bis Mittag waren bereits fast 600 Interessierte registriert. Ein Facebooker aus Böblingen fragte schon bei Usern aus der näheren Umgebung an, ob man nicht in Kolonne nach Lorch fahren wolle.

Doch nicht nur Autofreaks sind interessiert, die Ankündigung alarmierte auch die Ostalb-Polizei. „Ein ähnliches Treffen gab’s 2013 schon in Göppingen“, sagte der Leiter der Polizei-Pressestelle, Klaus Hinderer. Und auch der dortige Carfreitag habe die Polizei auf den Plan gerufen. So wird es auch dieses Mal sein. „Der Eigentümer des Rewe-Markts wusste von nichts.“ Er habe jetzt angekündigt, den Parkplatz abzusperren, sagte Hinderers Kollege Rudolf Biehlmaier.

Sollten Tuningfreunde trotzdem auf das Gelände vordringen, wäre es Hausfriedensbruch. Bleiben die Teilnehmer auf der Straße, parken dort in großer Zahl, fahren Konvoi oder Ähnliches, dann wäre dies eine Sondernutzung des Straßenraums – und die sei nicht genehmigt worden. Die Polizei jedenfalls bereite sich auf ein Treffen vor und werde in diesem Fall scharf kontrollieren.

Geprüft werde für diesen Fall außerdem, ob die Aufrufer zu diesem Treffen die Kosten für den Polizeieinsatz tragen müssten. Denn, so Klaus Hinderer, das sei kein zufälliges Aufeinandertreffen einiger Autofahrer, sondern „ganz klar eine Facebook-Party“.