Kreis Göppingen Polizei bremst Raser auf B 10 aus

Kreis Göppingen / NADJA KIENLE 20.04.2012
Im Landkreis werden derzeit zusätzliche Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Das Ziel hierbei ist, die Verkehrsteilnehmer aus Sicherheitsgründen zur Änderung des Fahrverhaltens zu bewegen.

Die Zahlen der Polizeidirektion Göppingen sprechen eine eindeutige Sprache: In den vergangenen drei Jahren mussten im Landkreis 15 Todesopfer, 457 Schwerverletzte und 2254 Leichtverletzte bei schweren Verkehrsunfällen beklagt werden - wobei Autobahnunfälle hierbei noch nicht berücksichtigt sind. "Die Verkehrsstatistik des vergangenen Jahres zeigt, dass über 60 Prozent der Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften im Kreis durch eine unangepasste Geschwindigkeit verursacht wurden", berichtet Rudi Bauer, Pressesprecher der Polizeidirektion Göppingen. Bei diesen Unfällen seien zudem überproportional viele Zweiräder beteiligt, so Bauer.

Aufgrund dieser Situation ziehen seit dem 16. April die Polizeidirektion und das Landratsamt Göppingen gemeinsam mit den Städten Göppingen, Geislingen und Eislingen an einem Strang: Auf der Grundlage einer von der Polizeidirektion erarbeiteten Konzeption werden derzeit zusätzliche und gemeinsam abgestimmte Geschwindigkeitskontrollen im Kreis durchgeführt. "Bei dieser Aktion geht es ausschließlich darum, ein Umdenken des Fahrverhaltens bei den Verkehrsteilnehmern in Bezug auf eine angepasste Geschwindigkeit zu bewirken", betont der Pressesprecher. Es gehe damit nicht darum, mittels den Kontrollen Geld zu verdienen, heißt es seitens der Polizei.

Ausgewählt werden dabei hauptsächlich Streckenabschnitte auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften, auf denen die Verkehrsteilnehmer gerne das Gaspedal durchdrücken und wo es dadurch bereits zu Unfällen kam, wie beispielsweise auf der Donzdorfer Umgehungsstraße.

In den Blick gerückt ist auch das Ausbauende der B 10 bei Süßen Ost, wo seit Jahresbeginn 66 Geschwindigkeitsverstöße registriert wurden: Die immer wieder umgefahrenen Warnbaken am Ausbauende wiesen daraufhin, dass dort oft mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren werde, heißt es seitens der Polizei. Und auch bei einer einstündigen Messung am vergangenen Montag gingen der Verkehrspolizei insgesamt sieben Raser ins Netz - darunter fünf Fahrer, die mit einer derart hohen Geschwindigkeit anbrausten, dass sie nun ihre Fahrerlaubnis eine Weile abgeben müssen.

Keineswegs besser stellte sich die Situation dort bei einer gestrigen Kontrolle dar, bei der in der Zeit von zehn bis zwölf Uhr der Tempo-70-Bereich mit dem Handlesemessgerät überwacht wurde: Bei insgesamt fünf von 13 Beanstandungen wird es zu einem zeitweiligen Fahrverbot kommen. Spitzenreiter bei den Messungen bildete eine gefahrene Geschwindigkeit in der Tempo-70-Zone von 129 Stundenkilometern nach Abzug der Toleranzgrenze. Die Polizisten führten mit den Verkehrssündern auch gleich an Ort und Stelle Gespräche, um sie über die Gefahren zu hoher und unangepasster Geschwindigkeit zu informieren, wobei auch jeder Fahrer einen informativen Flyer zum Thema Geschwindigkeit erhielt. Der größte Teil der 13 Fahrer - von denen knapp die Hälfte aus dem Kreis Göppingen stammte - zeigte Einsicht bezüglich ihrer überhöhten Geschwindigkeit. Dies sei meist bei 80 Prozent der Beanstandungen der Fall, erklärt Polizeihauptkommissar Werner Philipp, der bereits seit 1975 der Verkehrspolizei angehört und von Unfällen durch unangemessene Geschwindigkeit und durch Alkohol ein trauriges Lied singen kann.

Die Alkoholkontrollen im Landkreis sollen in Kürze ebenfalls noch intensiviert werden, so Bauer.

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