Immer wieder gibt es Beschwerden aus der Bevölkerung, weil die Standorte von Altglascontainern oder von Altkleidercontainern überfüllt sind oder als Müllabladeplatz missbraucht werden. Nun hat sich die Fraktion der Freien Wähler Göppingen (FWG) in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt, an den Landrat und an den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Landkreises gewandt. Auslöser waren Müllprobleme an der Mozartstraße im Reusch. Auf einem mitgelieferten Foto ist zu sehen: Die Container quellen über. Zusätzlich wurde allerlei Unrat neben den Sammelstellen abgeladen. Die Lokalpolitiker schrieben: „Entweder reichen die Sammelbehälter nicht aus, oder die Häufigkeit der Leerungen ist zu gering, oder an der Organisation der Abfuhr mangelt es, oder die Kontrolle ist völlig unzureichend, oder irgendwas anderes passt dort nicht. Wir wissen es nicht. Aber wir akzeptieren die Zustände nicht mehr – denn es häuft sich nicht nur der Dreck, sondern es häufen sich auch die Fälle solcher unhygienischer Zustände.“

Fahrzeug kurzfristig ausgefallen

In der Antwort erklärt  AWB-Chef Dirk Kurzschenkel, dass die von der FWG genannten Container im Reusch tatsächlich in der letzten Oktoberwoche nicht am vorgesehenen Tag geleert werden konnten, weil ein Fahrzeug kurzfristig ausgefallen war. Das habe eine Anfrage beim Entsorgungsunternehmen ETG ergeben, die derzeit für die Standplatzreinigung zuständig ist. Die Container und zusätzlichen Flaschen seien jedoch einen Tag später geleert und mitgenommen worden, der  wilde Müll einen weiteren Tag später, so Kurzschenkel. Die Geschäftsführerin der Firma ETG habe mitgeteilt, dass nach ihrer Erfahrung das von der FWG aufgenommene Bild „eine Ausnahme zeigt und keinen Dauerzustand.“ Das Foto sei nicht repräsentativ. „Alle Depotcontainerstandorte in der Stadt Göppingen werden mindestens einmal wöchentlich, bei Bedarf auch öfter gesäubert. Der in der Mozartstraße wird zurzeit sogar zweimal wöchentlich gereinigt.“

Illegale Entsorgung von Müll

Kurzschenkel bestreitet auch die Mutmaßungen der FWG zu den Gründen für die Müllprobleme. „Weder eine zu geringe Behälteranzahl, noch ein Mangel bei der Organisation der Abfuhr kommen infrage“. In erster Linie handele es sich um illegale Ablagerungen, „die in der Tat an einigen Standorten in den letzten Jahren zugenommen haben. Darauf hat die zuständige Entsorgungsfirma mit höheren Reinigungsintervallen reagiert. Allerdings kommt es durchaus vor, dass selbst kurz nach der Reinigung eines Platzes der nächste wilde Müll von dort gemeldet wird“, erklärt der AWB-Chef. „Für eine immer weiter zunehmende Ignoranz einiger schwarzer Schafe, was die Sauberkeit unserer Innenstädte angeht, können jedoch aus unserer Sicht die Betreiber nicht verantwortlich gemacht werden.“ Nach Kurzschenkels Information wolle das städtische Referat Umweltschutz und Grünordnung für die Wertstoffinseln eine entsprechende Konzeption erarbeiten, die im Gemeinderat vorgestellt wird.

Mozartstraße erneut vermüllt

Prompt kam die prompte Antwort von der FWG – garniert mit einem aktuellen Foto von der Mozartstraße. Wieder liegt alles voller Kleidersäcke. FWG-Stadtrat Wofgang Berge schrieb süffisant dazu: „Sicher fiel wieder was aus. Oder die Zuständigkeit von irgend wem ist nicht gegeben.“ Berges Schlussfolgerung: „Aktuell ist das kein Einzelfall. Und die Antwort auf unsere Beschwerde hatten wir auch schon vor einer Woche vorhergesagt. So verärgert man Bürger - und Wähler.“

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