Kreis Göppingen Piratenpartei im Kreis schlittert in die Krise

Kreis Göppingen / HEL 18.12.2012
Die Piratenpartei im Landkreis steckt tief im Schlamassel: Vergangene Woche fand eine Versammlung zur Gründung eines Kreisverbands statt. Doch nach nur 24 Minuten war das Treffen wieder beendet.

Beschlossen wurde, dass kein Kreisverband gegründet wird. Das war das Ergebnis der geheimen Abstimmung. Von neun anwesenden Parteimitgliedern hatte lediglich eines für die Gründung eines Kreisverbands gestimmt, fünf Piraten waren dagegen, drei enthielten sich. Die Gegner argumentierten mit dem großen Verwaltungsaufwand, den eine zusätzliche Gliederung auf Kreisebene bedeuten würde. Die Piraten wollen auch im Landkreis lieber basisdemokratisch bleiben.

Die sinkende Attraktivität der Partei auf Bundesebene, die sich im Niedergang der Umfragewerte widerspiegelt, scheint auch für die Piraten im Kreis ein Problem zu werden. Die noch junge Partei zählt im Landkreis knapp 80 Mitglieder. Die Zahl stagniert jedoch, der große Zulauf ist offenbar vorbei. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Kreis-Piraten jetzt auch noch nach einem neuen Bundestagskandidaten umschauen müssen. Hans-Joachim Schellong, den die Partei bereits nominiert hatte, hat seine Kandidatur zurückgezogen. Der 61-Jährige Göppinger mache dafür private Gründe geltend, heißt es auf der Homepage der Piraten. Ein neuer Versuch, einen Kandidaten zu küren, soll jetzt voraussichtlich am 6. Februar unternommen werden.

Bereits vor der Göppinger OB-Wahl im Oktober hatte es für die Piraten, die im Kreis bislang in zwei Stammtischen in Göppingen und Geislingen organisiert sind, eine unangenehme Schlappe gegeben. Stefan Klotz musste seine Bewerbung für das Amt des Göppinger Oberbürgermeisters wieder zurückziehen, weil es seinen Parteifreunden nicht gelungen war, die vorgeschriebenen 100 Unterstützungsunterschriften zu sammeln. Die OB-Wahl fand ohne die Piraten statt.

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