Kreis Göppingen Pflichtunterricht erhält Vorrang

Kreis Göppingen / SWP 06.08.2012
Die Sicherung der Unterrichtsversorgung soll im neuen Schuljahr Vorrang haben, sagte der Landtagsabgeordnete Peter Hofelich bei einem Schulgespräch.

"Wir wissen, dass wir bei der Krankheitsvertretung mehr tun müssen", sagte der Landtagsabgeordnete Peter Hofelich (SPD). Klar wurde aber auch: der Lehrermangel insbesondere bei technischen Lehrern, der Förderungsbedarf für Kinder werde noch drängender und müsse gelöst werden, berichtet Hofelich von seinem jüngsten Schulgespräch im Wahlkreis Göppingen.

Hofelich stellte klar, dass die Unterrichtsversorgung im Pflichtunterricht Vorrang habe. Im neuen Schuljahr wird deshalb die feste Reserve der Krankheitsvertretungen um weitere 200 Stellen ausgebaut. Die Runde war sich allerdings einig, dass dies nur ein erster Schritt sein könne, da rund 1400 Lehrern mit Langzeiterkrankungen, welche bereits in der ersten Schulwoche gemeldet werden, den Pool an Krankheitsvertretungen praktisch auf einen Schlag ausschöpfe. Nach Angaben des Kreisvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Holger Kissling, sei die Situation nicht neu. Die Runde war sich einig, dass sich vieles über Jahre aufgebaut habe und nicht gegen gesteuert wurde.

Der Abgeordnete informierte die anwesenden Rektoren, dass die sogenannten "MAU-Mittel", mit denen Schulleiter Überstunden bezahlen können, wieder frei gegeben werden und unbürokratisch eingesetzt werden könnten. Nicht so einfach zu beheben ist der Mangel an technischen Lehrern an den beruflichen Schulen: 15 Prozent würden im Pflichtbereich fehlen. Hier sei der Arbeitsmarkt abgeräumt und es gelte, Lehrer zurück zu holen.

Die Zuweisungen an Lehrern sind wegen den Unsicherheiten im ersten Jahr ohne verpflichtende Grundschulempfehlung erst spät geschehen. Defizite seien noch genügend zu erwarten. Die Runde diskutierte Wege für mehr Effizienz: Die erhebliche Zahl an Pädagogen, die abgeordnet sind und nicht dem Unterricht zur Verfügung stehen, müsse hinterfragt werden. Dann die langen Wege von der Schule in das Schulamt ins Regierungspräsidium und ins Kultusministerium. Umgekehrt die vielen Abfragen, die "von oben" kommen und vielen folgenlos erscheinen. Es gelte auch, über kleine Schulen und über den Klassenteiler zu sprechen, sagte die runde. Klar sei allerdings, so Hofelich, dass die Grundschulen wohnortnah bleiben müssten.

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