Göppingen Perfekter Swing in der Kälte

Göppingen / BIRGIT REXER 07.02.2012
Obwohl musikalisch alles stimmte und der Saal swingte, sprang beim Konzert von Lumberjack-Bigband und Soul-Sänger Jeff Cascaro der Funke der Begeisterung nicht über. Vielleicht war es einfach zu kalt.

Die Begeisterung über seinen Stargast war Alexander Eissele, dem Bandleader der Lumberjack-Bigband, deutlich anzumerken. "Wir haben jahrelang versucht, Jeff Cascaro zu engagieren". Mit dem Swing-Konzert im Foyer der Göppinger Volksbank wurde dieser Traum wahr.

Doch wie es so oft mit den Träumen ist - wenn sie dann wahr werden, ist man nicht immer begeistert. Natürlich nutzte der umtriebige Bandleader die Chance, sein Publikum in die Feinheiten des Swing einzuführen. "Da reicht es nicht, die richtigen Töne zur richtigen Zeit zu spielen - das ist so ein Gefühl, dass es swingt", erklärt Eissele, und diese weisen Worte trafen auch auf den Abend mit Jeff Cascaro zu. Die Lumberjacker waren in gewohnt guter Form, die Soli, vor allem die des herausragenden Trompeters Benjamin Lindners, exzellent gespielt. Dazu eine Musikauswahl, die mit "Ive got you under my skin", "Get out of town" und "Rosetta" beliebte Klassiker enthielt.

Auch Jeff Cascaro konnte als Sänger überzeugen. Er hat nicht nur eine sehr schöne, wandlungsfähige Stimme, die er bei Gershwins "Love is here to stay" und "Gee Baby" voll zum Ausdruck brachte. Darüber hinaus ist er auch noch sehr sympathisch und plauderte zwischen den Stücken ganz entspannt über das Leben, die Musik und seine Oma, eine Bergmannswitwe, die ihm als Junge eine Ray-Charles-Platte schenkte. "Ohne meine Oma wäre ich nie Sänger geworden", erklärte er. Zudem ist Jeff Cascaro ein Fan von Frank Sinatra, was auch nicht weiter erstaunt, schließlich klingt er auch ein bisschen wie der große amerikanische Sänger.

Auch die Harmonie zwischen Bandleader Alexander Eissele und Jeff Cascaro stimmte auf den Punkt: Hier hatten sich zwei gesucht und gefunden, die sich bei ihren Dialogen gekonnt den Ball zuwarfen. Alles war eigentlich perfekt, trotzdem sprang der Funke der Begeisterung auf die rund 250 Konzertbesucher nicht über. Vielleicht lag das ja an den 11 Grad minus, die draußen herrschten und dafür sorgen, dass die Kälte unangenehm durch die großen Glasscheiben des Gebäudes drang und vor allem die Besucher in den hinteren Reihen trotz dicker Winterjacken und -mäntel frieren ließ. Auf jeden Fall fiel der Applaus nach gut zweieinhalb Stunden Konzert zwar wohlwollend, aber dennoch nicht restlos begeistert aus.

Dennoch hatte Alexander Eissele für alle Fans der Lumberjack Bigband noch ein paar sonnige Lichtblicke parat. Am 25. Mai treten die Lumberjacker im Stauferpark mit Mitch Winehouse auf, bei den Freilichtspielen im Kloster Adelberg steht nochmals Max Mutzke mit der Bigband auf der Bühne, und für die Eröffnungskonzerte der "Guten Taten" soll Tony Christie nach Göppingen kommen.

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