Kreis Göppingen Pendler sind oft gestresst

29 000 Pendler verlassen täglich den Kreis Göppingen. Foto: Archiv/dpa
29 000 Pendler verlassen täglich den Kreis Göppingen. Foto: Archiv/dpa
PM 09.08.2012
Im Landkreis gibt es Zehntausende Pendler. Die Statistik beweist: Sie sind zwar etwas seltener krank, aber sie stehen eher unter psychischem Druck.

Allein aus dem Landkreis Göppingen pendeln laut Statistischem Landesamt jeden Tag rund 29.000 Menschen über die Kreisgrenze, um den Arbeitsplatz zu erreichen. Damit arbeitet fast jeder dritte sozialversicherungspflichtige Beschäftigte außerhalb des Landkreises. Über 17 000 Arbeitnehmer kommen täglich zur Arbeit in den Kreis. Das Ergebnis: volle Züge, verstopfte Straßen, lange Schlangen an den Ampeln. Auch wenn Berufspendler tendenziell widerstandsfähiger sind, zehrt das an ihren Nerven. Zu diesem Schluss kommt die Techniker Krankenkasse (TK) laut einer Pressemitteilung bei der Auswertung ihres aktuellen Gesundheitsreports.

Mehr als 40 Prozent der Berufstätigen in Baden-Württemberg arbeiten außerhalb des Kreises, in dem sie wohnen. Jeder Beschäftigte, der nah am Arbeitsplatz wohnt, fehlte vergangenes Jahr im Schnitt 12,9 Tage wegen Krankheit, Pendler nur 12,7 Tage. Groß sind die Unterschiede bei Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems sowie bei Verletzungen oder Vergiftungen. Pendler verzeichnen hier durchschnittlich 2,3 und 1,5 Fehltage. Das sind neun beziehungsweise zwölf Prozent weniger als bei den Nichtpendlern. Bei wohnortnahen Erwerbstätigen scheint jedoch die Psyche stabiler zu sein. Sie verzeichnen wegen psychischer Krankheiten 1,9 Krankheitstage, die Pendler mit 2,2 Tagen rund 14 Prozent mehr.

"Entscheidend ist nicht, wie lang der Weg ins Büro ist, sondern vielmehr die Ohnmacht im Stau oder der Frust über verspätete Züge", sagt Ellen Basner, Diplom-Psychologin bei der TK. "Wer morgens und abends regelmäßig unter Strom steht, leidet psychisch." Sie rät Pendlern, die Zeit unterwegs möglichst gezielt für sich zu nutzen. "Im Auto kann ein Sprachkurs zum Mitsprechen oder ein Hörspiel der Zeit Wert geben. Eine Bahnfahrt lässt sich für Lektüre und sogar für einfache Entspannungsübungen wie etwa die Progressive Muskelrelaxation nutzen", sagt die Expertin der Krankenkasse.