Jebenhausen Partnerschaft im Wasserbecken

Die Wasserballer des USC Raiffeisen Klosterneuburg trainierten im vereinseigenen Freibad der Schwimmer aus Göppingen – und fühlten sich wie der Fisch im Wasser.
Die Wasserballer des USC Raiffeisen Klosterneuburg trainierten im vereinseigenen Freibad der Schwimmer aus Göppingen – und fühlten sich wie der Fisch im Wasser. © Foto: Inge Czemmel
Jebenhausen / Inge Czemmel 07.09.2018
Gelebte Städtepartnerschaft praktizierte der Schwimmverein Göppingen. Wasserballer aus Klosterneuburg hielten im Waldecksee-Freibad ein einwöchiges Trainingslager ab.

Schwimmen! Schwimmen! Schwimmern! Umdrehen! Schneller, schneller! Und werfen! Im Schwimmbecken des Waldecksee-Freibades in Jebenhausen wuseln Jugendliche mit blauen und weißen Badekappen durcheinander und versuchen irgendwie den Ball im gegnerischen Tornetz zu versenken. Wer genau hinhörte, stellte fest: Die mit den blauen Kappen sind keine Schwaben. Es sind Wasserballer und Wasserballerinnen aus der Göppinger Partnerstadt Klosterneuburg, die jetzt beim Schwimmverein Göppingen zu Gast waren.

„Die Idee im vereinseigenen Waldecksee-Freibad ein Trainingslager abzuhalten, entstand beim traditionellen Neujahrsturnier, das seit vielen Jahren in der Hogy-Schwimmhalle stattfindet“, berichtet die Vorsitzende des Schwimmvereins Göppingen, Sonja Schnappauf. Elf Jugendliche aus der Nachwuchsförderung und sieben Männer aus der Kampfmannschaft des 1. USC Raiffeisen Klosterneuburg reisten an. Sie spielen in der österreichischen Regionalliga Ost, vier von ihnen sind Bundesligaspieler mit Zweitstartrecht.

Die Österreicher fühlten sich in Jebenhausen sichtlich wohl. „Wir sind in der Pension Elisabeth sehr gut untergebracht“, strahlte Jochen Plementas, der zusammen mit Richard Schierach und Christoph Haas für das Trainingslager verantwortlich zeichnete. Er war voll des Lobes für den verständnisvollen und entgegenkommenden Wirt. „Wir hatten ja gleich nach dem Frühstück um 6.30 Uhr die erste Schwimm-Trainingseinheit. Da ist es natürlich nicht so gut wenn man sich vorher den Bauch zu sehr voll haut. Der Wirt hat erlaubt, dass sich beim Frühstück jeder noch eine belegte Semmel für später herrichten darf.“

Dass spätestens um acht mit dem Schwimmern begonnen wurde, hing damit zusammen, dass die Badegäste des Waldecksee-Freibades so wenig wie möglich durch das Trainingslager gestört werden sollten. Für die Frühschwimmer wurde immer ein eigener Bereich abgetrennt. Nach dem Schwimmen standen Taktik, Theorie, Dehnungsübungen und Zirkeltraining auf dem Programm, dann wurde gemeinsam in der Pizzeria Waldecksee zu Mittag gegessen. Die Kampftruppe absolvierte am Nachmittag eine zweite Schwimmeinheit, am Abend war, sobald der letzte Badegast das Wasser verlassen hatte, für alle Wasserballtraining angesagt. Einige jugendliche Wasserballer des Göppinger Schwimmvereins trainierten da gerne mit. Manche verbrachten auch einen Teil ihrer Freizeit mit den Gästen. Beachvolleyball, Tischtennis, abhängen auf der schönen Liegewiese – das Waldeckseebad bietet ja allerhand Möglichkeiten. Da bleibt man auch schon mal zum Abendessen.

„Abends sind wir Selbstversorger“, berichtete Jochen Plementas. „Der Schwimmverein hat uns den Vereinsgrill zur Verfügung gestellt und wir haben darauf auch schon schwäbische Maultaschen gekocht. Die waren sehr lecker. Wir sind auch sehr dankbar, dass keine Bahnenmiete und kein Eintrittsgeld verlangt werden. Unser Verein wird zwar vom Lionsclub in Klosterneuburg unterstützt, aber ein solches Trainingslager könnten wir sonst trotzdem nicht stemmen, da der Eigenanteil für die Einzelnen zu hoch würde.“ „So viel Spielraum haben wir“ erklärt Sonja Schnappauf, die sich im Vorfeld auch schon um eine Schlechtwetteralternative gekümmert hatte, die zum Glück nicht gebraucht wurde. Trockentraining wäre in der Parkhaushalle möglich gewesen.

Außer dem Freibad haben die Gäste von der Partnerstadt Göppingen allerdings nicht viel gesehen. Ein Empfang im Göppinger Rathaus – das war’s. „Das Trainingslager ist die Basis für die ganze Saison“, macht Richard Schierach deutlich. „Da ist alles straff durchgetaktet und man braucht auch Zeit zum Regenerieren. Wenn es ein nächstes Mal gibt, planen wir ein bisschen Sightseeing mit ein.“ Die Gäste hoffen, dass sie wieder kommen dürfen. „Gerne jedes Jahr“, lacht Jochen Plementas mit einem Blick auf Sonja Schnappauf.

Wasserballer sind sehr erfolgreich in Österreich

Der 1. Union Schwimmclub Klosterneuburg wurde 1985 gegründet. Ab 1988 landeten die jungen Wasserballer mehrmals auf den vorderen Plätzen in den österreichischen Schüler-, Jugend- und Juniorenmeisterschaften.

Als Partner des WBC Tirol und des EW Donau SC gelang 1999 sogar der Meistertitel in der Österreichischen Bundesliga. In der Regionalliga wurde man 2011 und 2012 zweimal Meister.

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