Noch in diesem Jahr sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden. In der Ebersbacher Hauptstraße - zwischen dem Pusteblumen-Kreisel und der Karlstraße - soll das Radfahren sicherer werden. Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat zugestimmt, dass in diesem Bereich auf beiden Seiten der Fahrbahn Schutzstreifen für Radler angelegt werden. Das Vorhaben, dessen Kosten auf 25 000 Euro geschätzt werden, hat höchste Priorität in dem Radverkehrskonzept, das eine Arbeitsgruppe im Frühjahr und Sommer erarbeitet hat.

Nicht nur Frank Reuter vom Planungsbüro Via zollte den Teilnehmern - Bürger, Interessenverbände, Stadträte - Respekt für das "hohe Engagement". An vier Abenden rauchten die Köpfe. Ziel sei es gewesen, den Bedürfnissen von Schülern, Berufspendlern und Freizeitradlern gerecht zu werden, erklärte Reuter. Bei den topografischen Gegebenheiten - die Tallage der Innenstadt und sechs Teilorte - stoße man auch an Grenzen, erklärte der Fachmann. Wichtig sei bei den Planungen gewesen, dass das Konzept auf breiten Konsens stoße. Bei ihrer Diskussion hat sich die Gruppe eng an das Radverkehrskonzept des Landkreises angelehnt und schließlich insgesamt 34 Maßnahmen vorgeschlagen. Elf ordnet die Gruppe der Priorität 1 zu - sechs in der Kernstadt, fünf in den Stadtteilen.

Als weiteren neuralgischen Punkt in der Innenstadt hat die Gruppe die Bünzwanger Straße ausgemacht. Entgegen dem Landkreiskonzept, das an der zum Raichberg-Schulzentrum führenden Straße Schutzstreifen auf beiden Straßenseiten vorsieht, favorisiert der Arbeitskreis, lediglich den bergauf fahrenden Radverkehr durch einen Schutzstreifen zu sichern, der aber etwas breiter ausfallen soll. Problematisch stellt sich aus Sicht der Arbeitsgruppe die Situation an der Stuttgarter Straße zwischen Filswiesen- und Fischerstraße dar. Beidseitige Schutzstreifen werden für dringend erforderlich erachtet. Dafür müssten allerdings auf einer Seite Parkplätze entfallen - auf welcher, darüber sei man sich nicht einig geworden, berichtete Frank Reuter.

Um das Radeln in der Leintelstraße und damit auch den Schulweg sicherer zu machen, schlägt der Arbeitskreis Tempo 30 vor. Außerdem soll Pflaster an mehreren Einmündungen Autofahrer bremsen, die zu flott unterwegs sind. Am östlichen Ortseingang, der Hauptstraße zwischen Karl-Zinser- und Fabrikstraße wird ein Ausbau des Gehwegs auf der Nordseite zu einem Geh- und Radweg vorgeschlagen. Der Radverkehr in Richtung Uhingen und Innenstadt soll dann auf dem Weg auf der Südseite Richtung Uhingen und auf der Nordseite Richtung Innenstadt fahren.

Für dringend erforderlich hält es der Arbeitskreis auch, die Sicherheit für Radfahrer entlang der Landesstraße nach Weiler zu verbessern. Auch ein Radweg an der L 1152 bei Roßwälden hat für die Teilnehmer eine sehr hohe Bedeutung. Die Stadt werde die vorgeschlagenen Maßnahmen in den kommenden Jahren "peu à peu" umsetzen, erklärte Bauamtschef Markus Ludwig. Der Arbeitskreis will seine Arbeit fortsetzen und bastelt bereits an neuen Ideen, wie Radschulwegpläne und Informationen für die Bürger.