Göppingen Ostereier sind wegen Fastnacht bunt

Die Nachwuchsstudenten an der Göppinger Kinderuni hatten viele Fragen an den Fastnachtsexperten Werner Mezger. Foto: Privat
Die Nachwuchsstudenten an der Göppinger Kinderuni hatten viele Fragen an den Fastnachtsexperten Werner Mezger. Foto: Privat
SWP 09.02.2012
"Warum feiern wir Fastnacht?" Dieser Frage sind die jungen Studenten der Göppinger Kinderuni auf den Grund gegangen. Professor Werner Mezger erklärte den Neugierigen, was es damit auf sich hat.

"Was haben die bunten Ostereier mit Fastnacht zu tun?" Professor Werner Mezger von der Universität Freiburg zeigt ein Bild und schaut die Kinder fragend an. Einige der jungen Nachwuchsstudenten sind aber gleich auf der richtigen Fährte: Es hat irgendwas mit der Fastenzeit, der Kirche, dem Osterfest und dem Kalender zu tun. Und genau das hat Werner Mezger gestern im Rahmen der Kinderuni an der Göppinger Hochschule ausführlich erklärt.

Mezger gilt als Experte in der Fastnachtsforschung und ist vor allem aus dem Fernsehen bekannt, wo er für den Südwestrundfunk zahlreiche Sendungen begleitet. Da ist es klar, dass die Kinder die Gelegenheit nutzen wollten, ihm zahlreiche Fragen zu stellen. Mit Geduld ging Mezger darauf ein: Am Anfang steht also der Kalender, denn wann Ostern und somit die Fastnachtszeit ist, hängt vom Mond ab. Man habe heute einen ziemlich genauen Kalender, an dem man nur alle vier Jahre einen Schalttag einlegen muss. Der Zeitraum, wann Ostern ist, kann sich bis zu 35 Tage verschieben - je nach Mondsituation, erklärt der Experte. Und die Fastnacht war sinngemäß die Nacht vor der Fastenzeit.

Während der Fastenzeit war es den Gläubigen verboten zum Beispiel Fleisch zu essen. Also hätten die Menschen während der Fastnacht so richtig zugeschlagen, erklärte Mezger. Die Fastnachtsfeste selbst durften meist die Metzger ausrichten, weil die in der folgenden Zeit schließlich keine Einnahmen hatten - und darum spielen Würste in vielen Fastnachtsbräuchen eine wichtige Rolle. "Man hat in dieser Zeit einfach alles gegessen, was man danach nicht mehr durfte", sagt Werner Mezger. Und was haben nun die bunten Ostereier mit alldem zu tun? Auch dafür hatte der Experte eine Erklärung: "Die Hühner haben in der Fastenzeit natürlich weiter Eier gelegt. Die musste man aber aufheben, weil man sich nicht essen durfte." Also habe sich ein großer Vorrat an Eiern angesammelt, der dann nach der Fastenzeit verzehrt wurde.

Mezger nahm die Kinder mit auf einer Reise durch die Fastnachtsbräuche in ganz Europa. Mit dieser Vorlesung ging das Wintersemester der Kinderuni zu Ende. "Wir sind sehr zufrieden", zieht Professor Helmut von Eiff von der Hochschule in Göppingen Bilanz. Die Vorlesungen seien gut besucht gewesen und die Kinder waren immer aktiv dabei und wollten vieles wissen zu den verschiedenen Themen, die in den vergangenen Monaten auf dem Programm standen.

Vielen Fragen wurden den jungen Studenten, die zwischen acht und zwölf Jahre alt sind, beantwortet: Zum Thema "Wozu brauchen wir Banken?" war Bernhard Kopf, Sprecher der Göppinger Kreissparkasse, im vergangenen Oktober der Referent. Im November erklärte Martin Lingens von Märklin, wie eine Modellbahnlokomotive entsteht. Tipps für das richtige Gehirntraining gab es dann von Dr. Ute Strehl von der Universität Tübingen. "Es ist eine gelungene Mischung aus Technik und Kultur, auf die wir beim Programm der Kinderuni Wert legen", erklärt Professor Helmut von Eiff.