Göppingen Oscar für Schulsanitäter

Schulsanitäter vom Hohenstaufen-Gymnasium und Vertreter des WHGs freuten sich gestern über die Preisverleihung. In der Bildmitte der Malteser-Vize Edmund Baur mit den beiden Schulleiterinnen Martina Wetzel und Susanne Stephan.
Schulsanitäter vom Hohenstaufen-Gymnasium und Vertreter des WHGs freuten sich gestern über die Preisverleihung. In der Bildmitte der Malteser-Vize Edmund Baur mit den beiden Schulleiterinnen Martina Wetzel und Susanne Stephan. © Foto: Verena Albrecht
VERENA ALBRECHT 28.07.2015
Das Hohenstaufen-Gymnasium belegt den ersten Platz beim bundesweiten Malteser Schulsanitätsdienstpreis. Als Belohnung für ihr Engagement geht es für alle erfolgreichen Ersthelfer nächstes Jahr nach Fulda.

"Es geht um viel mehr, als nur ein paar Pflaster zu kleben oder einen Verband anzulegen", erzählt Edmund Baur, Vizepräsident der Malteser, der vor 62 Jahren selbst Schüler des Hohenstaufen-Gymnasiums (Hogy) war. Die Sanitäter des Hogys stellten diese Fähigkeit unter Beweis und belegten den ersten Platz beim Schulsanitätsdienstpreis 2015. Unter den Top 10 ist auch das Göppinger Werner-Heisenberg-Gymnasium, das gestern von Schulleiterin Susanne Stephan vertreten wurde. Für die Gewinner gab es Urkunden, einen Pokal und einen Wimpel. Hinzu kommt für die Preisträger ein Ausflug zu Rettmobil nach Fulda - der Leitmesse für das Rettungswesen.

Der Preis wird als "kleines Dankeschön" vom Präsidium bereits seit 2012 für die "herausragende schulsanitätische Leitungen" gestiftet. "Es ist nicht so verbreitet, dass man sich ehrenamtlich für andere einsetzt, deshalb möchten wir das Engagement würdigen", ergänzt Baur, der in Göppingen aufgewachsen ist und heute in Winnenden lebt. Auch das Werner-Heisenberg- und das Freihof-Gymnasium seien immer sehr engagiert dabei.

Insgesamt drei Schulen bekommen einen Preis für drei unterschiedliche Kategorien: Das Hogy belegte den ersten Platz der "Malteser Schulsanitätsdienste (SSD), die Standards setzen". Zwei weitere Preise gingen an Schulen aus Hessen und Bayern. "Für unsere Bewertung haben wir vor allem die Organisation, Ausbildung und Ausrüstung des Teams, sowie den Aufbau und Ablauf des täglichen Dienstes unter die Lupe genommen", verrät der Vizepräsident. Die Schüler mussten dazu einen langen Bewerbungsbogen ausfüllen, welcher dann von einer fünfköpfigen Jury ausgewertet wurde.

Wie attraktiv der ehrenamtliche Dienst am Hogy ist, belegt die Zahl von derzeit 20 aktiven SSD-Mitgliedern unter Leitung von Natalie Doll und Felix Brandmaier, die beide in die elfte Klasse gehen. "Unsere Ausbildung zum Schulsanitäter hat etwa ein Jahr gedauert. Da haben wir uns jeden Freitagmittag für knapp drei Stunden getroffen", berichtet Doll. Zusätzlich hatten die Erste-Hilfe-Leister immer noch wöchentliche Weiterbildungen, fügt die 17-Jährige hinzu. Ein gebrochenes Bein eines Schülers, der von einem Klettergerüst gefallen ist und eine "krasse" Hyperventilation seien bis jetzt die aufregendsten Einsätze gewesen. "Wir sind dann vor allem dafür zuständig, die Personen zu beruhigen und sie so weit fertig zu machen, dass der Krankenwagen die Leute nur noch mitnehmen muss", ergänzt Brandmaier.

Martina Wetzel, Schulleiterin des Hogys, ist stolz auf die Leistung der Gymnasiasten: "Es ist wichtig, dass die Schüler lernen, Verantwortung zu übernehmen und es freut mich, dass wir an unserer Schule so viele Ehrenamtliche haben", sagte Martina Wetzel.

Die Malteser würden jährlich 16 000 Euro in den Sanitätsdienst im Landkreis Göppingen investieren, informierte Edmund Baur. Bundesweit gibt es rund 11 000 Schulsanitäter, davon sind etwa 9000 Mitglieder bei den Maltesern. Die Ersthelfer müssten laut Statistik zirka 60 Einsätze im Jahr stemmen.