Busfahren war für  die 75-jährige Göppingerin Renate Geib lange Zeit „mit einem mulmigen Gefühl verbunden“ – und das obwohl sie gerne und viel Bus fährt. Aber einer der 85 Fahrer der OVG hatte sie lange Zeit auf dem Kieker. Er wollte der Monatskartenbesitzerin Rundtouren verbieten, wollte ihr vorschreiben, wo sie ein- und wo sie aussteigen soll, ließ sie einmal sogar durch die Polizei aus dem Bus werfen. Schon im Sommer 2018 reagierte die OVG mit einem Entschuldigungsbrief. Doch die Schikanen gingen weiter, ohne dass die Beschwerden der Buskundin aufgearbeitet wurden.

Eberhard Geiger kann Verhalten des Fahrers nicht nachvollziehen

Nach einem NWZ-Bericht über die Vorfälle reagierte  Geschäftsführer Eberhard Geiger jetzt mit einem persönlichen Treffen im Landratsamt. Er wolle sich „in aller Deutlichkeit entschuldigen“. Als Geschäftsführer trage er die Verantwortung. Das Verhalten des Fahrers könne er  nicht nachvollziehen, gab Geiger zu, bevor er Renate Geib einen Strauß Sonnenblumen überreichte.

Sebastian Hettwer: Man kann nicht alle Busfahrer über einen Kamm scheren

Beide betonten ebenso wie Sebastian Hettwer vom Landratsamt, dass man beileibe nicht alle Fahrer über einen Kamm scheren dürfe. „Wir haben sehr verlässliche Busunternehmen“, so Hettwer. Und auch Renate Geib, die in Bussen schon viel erlebt hat, meinte: „Ich kann im allgemeinen über Fahrer nichts sagen“.

Gegenüber dem Chauffeur, der sich so daneben benommen hat, habe die OVG „nicht gleich mit der größten Keule ausgeholt“, erklärte Geiger, sondern es bei einer mündlichen Ermahnung belassen. Aber auch darüber hinaus hätten die Vorfälle OVG-intern Folgen: Im Zentrum der nächsten Schulung für die Fahrer werde es ausschließlich um das Thema Kundenbeziehung gehen.

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